
Wirtschaft Uri, der Dachverband der Urner Wirtschaftsverbände, beobachtet mit wachsender Besorgnis, dass die Entwicklungsperspektiven an der Isleten weiterhin von politischen und planungsrechtlichen Unsicherheiten geprägt sind. Das schreibt der Verband in einer Mitteilung. Aus Sicht der Urner Wirtschaft gelte es entscheidend festzuhalten, dass sich die Urner Bevölkerung und alle 19 Urner Gemeinden im November 2024 in einer Volksabstimmung mit 66,4 Prozent der Stimmen für eine Entwicklung an der Isleten ausgesprochen hätten. Dieser politische Volksauftrag sei ernst zu nehmen und dürfe nicht durch nachträgliche Interpretationen relativiert werden.
Ordentlicher Prozess, nicht das Ende
Es gehe dabei nicht um eine Vorwegnahme einzelner Bewilligungsschritte, sondern um die Wahrung eines demokratisch legitimierten Entwicklungsauftrags. Der Vorwurf, die Urner Regierung verkenne die rechtlichen Grenzen, ist aus Sicht von Wirtschaft Uri zu kurz gegriffen. Dass nationale Fachgremien in laufenden Verfahren kritisch prüfen, sei Teil des ordentlichen Prozesses, nicht dessen Endpunkt. Daraus folge nicht, dass eine Entwicklung an der Isleten grundsätzlich ausgeschlossen wäre.
Geäusserte Vorwürfe, die Entwicklung des Standorts Isleten sei mit Natur- und Heimatschutzanliegen unvereinbar, greifen ebenfalls zu kurz, schreibt der Verband. Bereits die im Jahr 2024 vorgestellte Überarbeitung der Projektidee zielte gerade darauf ab, wirtschaftliche Nutzung, landschaftliche Einbettung und planerische Machbarkeit besser aufeinander abzustimmen. Im politischen Verfahren sei zudem mehrfach festgehalten worden, dass der Urner Landrat die «Isleten-Verbotsinitiative» grossmehrheitlich ablehnte und damit den Entwicklungsspielraum ausdrücklich offenhalten wollte.
Regierung soll handeln
Wirtschaft Uri habe sich bereits 2024 klar für Entwicklungsperspektiven an der Isleten ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass das Projekt eine zeitgemässe touristische und wirtschaftliche Nutzung des Areals ermöglichen soll. Bereits die im März 2024 präsentierte überarbeitete Projektidee wurde von den Projektbeteiligten als substanzielle Weiterentwicklung beurteilt, die im Zusammenspiel von Kanton, Standortgemeinden und Privaten weiterverfolgt werden sollte. Weiter hätten die regionalwirtschaftlichen Grundlagen im Jahr 2024 eine wirtschaftliche Wertschöpfung und zusätzliche Beschäftigungspotenziale für den Kanton Uri aufgezeigt. Besonders hervorzuheben sei das erhebliche Investitionsvolumen. Es gehe um rund 250 Millionen Franken Investitionskapital, das für den Kanton Uri und die beteiligten Gemeinden bedeutende Impulse auslösen könnte. Damit verbunden seien nicht nur direkte wirtschaftliche Effekte, sondern auch neue Perspektiven für Tourismus, Standortattraktivität und regionale Entwicklung.
«Wirtschaft Uri erwartet und unterstützt das Vorgehen der Urner Regierung zeitnah konkrete Schritte für eine Umsetzung der Entwicklung an der Isleten einzuleiten», heisst es zum Abschluss der Mitteilung. Es brauche eine aktive und lösungsorientierte Haltung, damit das Projekt an der Isleten nicht weiter verzögert werde. Der Kanton Uri solle die vorhandenen Potenziale nutzen können, statt sie durch weitere Blockaden ungenutzt zu lassen. (rwi/zvg)


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.