Die Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg (KJU) begleitet Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner im Alter zwischen 6 und 22 Jahren, die vorübergehend nicht zu Hause bei ihrer Familie leben können. Betrieben wird die KJU von der Stadt Luzern. Wer sich wegen körperlicher Gewalt, sexueller Ausbeutung oder anderen Gründen in einer Krisensituation befindet, landet in der Notaufnahme (NAU). Dort können bis zu neun Kinder aufgenommen werden. Per Postulat bitten nun die Grünen den Luzerner Stadtrat, drei Plätze mehr zu schaffen, um die Versorgungssicherheit zu verbessern.
Die Exekutive lehnt diese Idee ab, wie sie in einer Stellungnahme schreibt. Der Stadtrat sieht in der Aufstockung von NAU-Plätzen keine Lösung. Der Schritt sei «weder zwingend zielführend noch möglich». Denn die aktuellen räumlichen Bedingungen und die geltenden Gesetze stünden der Schaffung neuer Plätze in der KJU im Wege. Allerdings stehe ein Sanierungsprojekt an, das dem Stadtluzerner Parlament Ende 2026 vorgelegt werden soll.
Stadt will Situation gemeinsam mit Kanton verbessern
Der Stadtrat weist darauf hin, dass Personen meist nicht deshalb abgelehnt werden, weil im «Utenberg» zu wenig Notfallplätze frei seien. Die Auslastung liege etwa bei 90 Prozent, immer mal wieder komme es auch zu Phasen von tiefer Belegung. In erster Linie würden Personen abgelehnt, weil die NAU «nicht für jede Krisensituation die adäquate Institution» sei. Eine Schaffung von mehr Plätzen würde an diesem Umstand nichts ändern.
Deshalb ist es laut Stadtrat zielführender, das Problem ganzheitlich anzuschauen. Im Rahmen der JVA-Sanierung will die Stadt deshalb gemeinsam mit dem Kanton Luzern Rezepte gegen die «Passungsschwierigkeiten bei der Unterbringung» suchen. Die Stadt hält fest, dass sich auch der Kanton dem Problem von fehlenden oder nicht passenden Plätzen bewusst sei. (sma)




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