Altdorf

«Und wessä bisch dü?»: Übernamen sind auch heute noch weitverbreitet

Wer im Kanton Uri aufwächst, kennt diese Frage – besonders, wenn man einen gängigen Namen trägt. Und sie steht demnächst im Zentrum des Sonntagsgesprächs im Triff Altdorf.

Vor- und Nachnamen sind staatlich geregelt. Doch viele einheimische Urnerinnen und Urner tragen zusätzlich einen Übernamen. Er kann auf eine Wohnstätte, einen Beruf, eine Eigenheit oder eine Lebensgeschichte verweisen – und manchmal auch spöttisch gemeint sein. Das Sonntagsgespräch im Triff Altdorf fragt am kommenden Sonntag, 18. Oktober, warum solche Beinamen entstehen, wie sie weitergegeben werden und was sie über Uri erzählen.

Warum entstehen Übernamen? Vor allem, um Personen mit gleichem Namen genauer zu unterscheiden. Manche Übernamen gehen auf Vorfahren zurück, andere auf Orts-, Flur- oder Liegenschaftsnamen. Wieder andere beziehen sich auf Beruf, Tätigkeit, äussere Auffälligkeiten oder Charaktereigenschaften. Spottnamen können dabei auch Boshaftigkeit ausdrücken. Viele Übernamen sind langlebig und werden über Generationen weitergetragen.

Direkt angesprochen wird eine Person mit ihrem Übernamen in der Regel nicht. In Gesprächen, Erzählungen und Diskussionen dient der Übername jedoch dazu, eindeutig zu machen, wer gemeint ist – besonders dort, wo mehrere Menschen denselben Namen tragen.

Zwei Namenskenner im Austausch

Im Sonntagsgespräch im Triff Altdorf treffen zwei Kenner der Urner Übernamen aufeinander. Der Altdorfer Historiker und Buchautor Walter Bär-Vetsch besitzt eine umfangreiche Sammlung mit Urner Übernamen und deren Herkunft. Zudem hat er dazu verschiedene Artikel in der Urner Presse veröffentlicht. Der Bürgler Seppätoni Planzer dokumentiert sein Wissen auf der Website uebernamen-uri.ch, die mit Unterstützung zahlreicher Personen laufend erweitert und aktualisiert wird.

Auch musikalisch haben die Urner Übernamen Spuren hinterlassen: Das Kabarett Chyybäderli führte 1977 das humorvolle Lied «Ürner Ibernamä Register» auf. Der Text stammt von Kurt Gisler, die Melodie von Pino Aschwanden.

Alois Furrer-Truttmann leitet das Sonntagsgespräch am Sonntag, 18. Oktober, 17.00 Uhr im Triff Altdorf (Dätwylerstrasse 15, Altdorf). Der Eintritt ist frei. (zvg)

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