In der Schweiz herrsche seit dem Frühling 2026 eine ausgeprägte Trockenheit. Gleichzeitig habe die grosse Hitze in den letzten Monaten zu einem höheren Trinkwasserverbrauch sowie höheren Verbrauchsspitzen geführt, schreibt die Gemeinde Altdorf in einer Medienmitteilung. Auch für die Wasserversorgung Altdorf sei die Trockenheit eine Herausforderung. Die Quellfassungen im Bannwald hätten diesen Sommer nicht ausgereicht, um die Altdorfer Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. «In solchen Fällen beziehen wir das Wasser von den Grundwasserpumpwerken des Wasserverbunds Unteres Reusstal», wird der Altdorfer Brunnenmeister Roland Sicher in der Mitteilung zitiert. «Dieses zweite Standbein war für uns diesen Sommer sehr wichtig.»
Im Wasserverbund Unteres Reusstal (WUR) seien die Gemeinden Altdorf, Schattdorf, Seedorf und Flüelen zusammengeschlossen und könnten von frei zulaufendem Quellwasser sowie von den Grundwasserpumpwerken Schachen und Zwyermatt zusätzliches Trink-, Brauch- und Löschwasser beziehen. «Dadurch waren wir ausreichend versorgt und mussten keine Sparappelle an die Bevölkerung richten», so Roland Sicher.
Trinkwasser-Defizit ist bekannt
Das Grundwasser vom WUR garantiere der Gemeinde ferner Versorgungssicherheit, wenn es wegen Störungen, Unterhaltsarbeiten oder Wassertrübungen zu Trinkwasserausfällen komme. Vorausschauend seien aber weitere Massnahmen nötig. «Im Rahmen der Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP) in den letzten acht Jahren wurde ersichtlich, dass wir bei der Wasserversorgung ein Defizit haben», so Bruno Bissig, Bereichsleiter Wasserversorgung. «Neben dem zweiten Standbein WUR brauchen wir auch mehr Speicherkapazität, um mit der zukünftigen Entwicklung in Altdorf Schritt halten zu können.»
Da sei einerseits das Bevölkerungswachstum: Hätten im Jahr 2025 rund 10'600 Personen in Altdorf gelebt, so rechne die Gemeinde bis 2040 mit 12'000 Einwohnerinnen und Einwohnern und damit einhergehend mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen. Der Wasserbedarf – sowohl Trink- und Brauchwasser als auch Löschwasser für die Feuerwehr – werde entsprechend ansteigen. Andererseits wolle die Wasserversorgung Altdorf bestehende Risiken vermindern. So speise das Reservoir Belmité heute das Wasserleitungsnetz über eine einzige Leitung. Ein möglicher Ausfall stelle ein grosses Klumpenrisiko dar.
Hinzu komme nun die Trockenheit. «Ausgeprägte Trockenperioden, wie wir sie diesen Sommer erlebt haben, hat es immer schon gegeben», erklärt Roland Sicher. «Wir stellen aber fest, dass die Abstände zwischen den trockenen Jahren immer kürzer werden: Waren es im 20. Jahrhundert jeweils rund 25 Jahre – beispielsweise 1921, 1947 und 1976 – so treten die jüngsten Trockenperioden in immer kürzeren Abständen und mit grösserer Häufigkeit auf, zuletzt etwa 2015, 2018, 2022 und nun 2026.»
Und die Trockenheit halte nach wie vor an: «Der Winter kommt erst noch und die Quellschüttungen gehen weiter zurück», so Brunnenmeister Sicher. «Die Wasserknappheit kann sich immer noch weiter verschärfen.» Daher sei ein sorgsamer Umgang mit dem wertvollen Gut Wasser immer angezeigt. «Das hilft Kosten zu sparen und bereitet uns auf Zeiten vor, in denen vielleicht auch bei uns das Trinkwasser knapp werden könnte.»
Diversifizierung schafft Versorgungssicherheit
Die Altdorfer Wasserversorgung habe den Auftrag, der Bevölkerung jederzeit genügend Trinkwasser in guter Qualität zur Verfügung zu stellen, so die Mitteilung weiter. «Ich denke, dieser Sommer hat vielen Leuten den Wert einer verlässlichen Wasserversorgung vor Augen geführt», sagt Bereichsleiter Bruno Bissig. Um die erwähnten Herausforderungen anzugehen, plane die Wasserversorgung Altdorf den Neubau des Reservoirs Breitzug in der Nähe des Kleinwasserkraftwerks Bannwald. Das Reservoir stelle die notwendige Speicherkapazität für die Wasserversorgung bis zum Planungsziel 2045 sicher. Zusätzlich eliminiere das geplante, neue Reservoir zusammen mit dem Reservoir Belmité das Klumpenrisiko im Altdorfer Wasserleitungsnetz. Das Kreditbegehren für das Projekt gelange Ende November 2026 zur Urnenabstimmung. (mu)

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