Regierung

Uri wappnet sich für den Notfall

Risiken frühzeitig erkennen und Vorsorgemassnahmen gezielt weiterentwickeln: Der Kanton Uri rüstet sich vorsorglich für Katastrophen und Notlagen und führte eine Risikoanalyse durch.

Im Jahr 2010 wurde letztmals eine sogenannte Gefährdungs- und Risikoanalyse für den Kanton Uri durchgeführt. Aufgrund veränderter Naturgefahren, technischer Entwicklungen sowie neuer gesellschaftlicher und sicherheitspolitischer Herausforderungen hat sich nun eine Aktualisierung aufgedrängt. Wie die Staatskanzlei Uri in einer Mitteilung schreibt, hat die Regierung diese Analyse kürzlich verabschiedet.

Hochwasser ist eines der möglichen Katastrophenszenarien. Im Bild: Hochwasser in Flüelen im Sommer 2021.
Bild: Archivbild: Urner Zeitung

Das neue Grundlagenpapier wurde unter der Federführung des zuständigen Amts für Bevölkerungsschutz und Militär und in enger Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Führungsstab (KFS) sowie weiteren Fachstellen erarbeitet. Ziel der Analyse war es, die für den Kanton Uri relevanten Gefährdungen systematisch zu identifizieren, deren Risiken zu bewerten und daraus Handlungsschwerpunkte für die zukünftige Vorsorgeplanung abzuleiten, schreibt der Kanton.

«Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich Risiken verändern können. Mit der neuen Gefährdungs- und Risikoanalyse verfügt Uri über ein aktuelles Instrument, um sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten und die Widerstandsfähigkeit des Kantons gezielt zu stärken», wird Sicherheitsdirektorin Céline Huber in der Mitteilung zitiert.

Gefährdungen aus drei Bereichen

Die Untersuchung berücksichtige Gefährdungen aus den Bereichen Natur, Technik und Gesellschaft. Dazu gehören unter anderem Naturereignisse wie Hochwasser, Trockenheit, Waldbrände, technische Ereignisse wie Stromausfälle oder Gefahrgutunfälle sowie gesellschaftliche Risiken wie Pandemien, Cyberangriffe oder ein möglicher Andrang von Schutzsuchenden. Die Risiken seien anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres potenziellen Schadensausmasses bewertet worden.

«Die Analyse zeigt, dass insbesondere Epidemien und Pandemien, Erdbeben sowie militärische Konflikte ein besonders hohes Schadenspotenzial aufweisen», heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig bestätige die Analyse, dass der Bevölkerungsschutz des Kantons Uri insgesamt über eine solide Grundlage verfüge, um ausserordentliche Lagen zu bewältigen. In verschiedenen Bereichen wurden jedoch Optimierungsmöglichkeiten und weiterer Handlungsbedarf identifiziert.

Vorsorge gezielt stärken

Auf dieser Grundlage werde der Kanton die bestehenden Vorsorgeplanungen nun weiterentwickeln, die Zusammenarbeit zwischen den Partnerorganisationen stärken sowie die Führungs-, Kommunikations- und Versorgungsfähigkeit im Ereignisfall gezielt ausbauen. Zudem soll ein kontinuierliches Risikomanagement etabliert werden, damit die Gefährdungslage regelmässig überprüft und an neue Entwicklungen angepasst werden kann.

Mit der Verabschiedung der Gefährdungs- und Risikoanalyse verfüge der Kanton Uri über eine aktuelle und fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes. Die Erkenntnisse fliessen nun in die laufenden Planungs- und Vorsorgearbeiten ein. (inf)

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