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Steinhausen

Vom Crypto-Areal zum Wohnquartier – «The Park» nimmt Form an

Bereits im Mai beginnt der Rückbau für das Quartier The Park Steinhausen. Es sind auch preisgünstige Wohnungen vorgesehen – der Auftraggeber äussert sich aber wenig konkret.

An der Zugerstrasse in Steinhausen soll ein neues Quartier namens The Park entstehen. Dies auf dem ehemaligen Firmenareal der Crypto AG, das rund 31’000 Quadratmeter umfasst.

«Im Laufe des Monats Mai starten die ersten Abbrucharbeiten», teilt die Empira AG auf Anfrage mit. Der international tätige Immobilieninvestor hat das Areal 2025 gekauft und ist Auftraggeber von The Park. Bereits diesen Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen. 2029 wird das Projekt voraussichtlich fertig sein, wie auf der entsprechenden Webseite ersichtlich ist.

So soll das Quartier The Park Steinhausen aussehen.
Bild: Visualisierung: zvg

Empira AG gibt keine konkreten Antworten

In den insgesamt zehn Gebäuden sind nebst Wohnungen auch zwei Kindergärten sowie zahlreiche Gewerbeflächen geplant. Unter den 227 Wohneinheiten werden 38 günstige 1,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen sein.

Was das genau heisst, beantwortet Empira auch auf Anfrage wenig konkret: Im Bebauungsplan sei verbindlich vorgegeben, «dass mindestens 15 Prozent der gesamten anrechenbaren Geschossfläche Wohnen als preisgünstige Wohnungen zu realisieren und dauerhaft zu erhalten sind».

Auch auf die Frage, weshalb nicht mehr als 15 Prozent günstige Wohnungen vorgesehen sind, antwortet Empira wie folgt: Der Anteil von 15 Prozent sei «das Ergebnis des planungsrechtlichen und städtebaulichen Gesamtprozesses für das Areal in Zusammenarbeit mit der Gemeinde».

The Park soll autofrei und nachhaltig werden

Das Quartier soll verkehrsfrei sein, für die Autos wird eine Tiefgarage mit 317 Parkplätzen zur Verfügung stehen. Auch 30 Ladestationen für E-Autos sind angedacht. Im Aussenbereich werden parkähnliche Freiräume entstehen. Auch Kinderspielplätze sowie Sport- und Spielflächen sollen dort gebaut werden.

Auf der Webseite des Projekts ist von «nachhaltiger Bauweise, energieeffizienten Konzepten und langlebiger Materialität» die Rede. So wird gemäss Empira etwa Photovoltaik auf den Dächern eingesetzt und das Quartier wird an das Fernwärmenetz der WWZ angeschlossen. Zudem sollen Dächer begrünt werden und es werde auf Beschattung und Begrünung geachtet.

Ein Blick in die Vergangenheit

Auf dem Gelände, wo nun «The Park» entstehen soll, war jahrzehntelang die Crypto AG tätig. Das Unternehmen war weltweit in der Entwicklung und Produktion von Chiffrier- und Sicherheitssystemen tätig. 2018 wurde die Firma aufgelöst.

Der ehemalige Sitz der Crypto AG in Steinhausen.
Bild: Alexandra Wey

Medienberichte haben 2020 aufgedeckt, dass die Crypto AG jahrzehntelang manipulierte Chiffriermaschinen produziert hatte. Dadurch konnten die CIA und der deutsche Bundesnachrichtendienst BND verschlüsselte Nachrichten von anderen Staaten abhören, wie die Zuger Zeitung berichtete.

Das Firmengelände wurde dann an die Areal Steinhausen Zug AG verkauft und ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Die Steinhauser Bevölkerung wurde dabei aktiv miteinbezogen. An einer Gemeindeversammlung Ende 2021 haben die Steinhauserinnen und Steinhauser den Bebauungsplan schliesslich angenommen.

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