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Verkehr

Tempo 30 in Sarnen: Testbetrieb startet im Sommer

An einer Informationsveranstaltung informierten Gemeinde und Kanton über die geplante Verkehrsführung in Sarnen.

Im Sarner Dorfzentrum sollen Fahrzeuge künftig nur noch höchstens 30 Kilometer pro Stunde fahren. So sieht es die Strategie des Kantons und der Gemeinde vor. Ebenfalls wird der Verkehr (Velos ausgenommen) auf der Brünigstrasse im Dorf nur noch in eine Richtung geführt. Das gab die Gemeinde schon vor längerer Zeit bekannt. Das ganze Projekt soll mit der bald anstehenden Sanierung der Brünigstrasse umgesetzt werden.

In einer ersten Etappe wird die Sanierung der Brünigstrasse von der Einmündung Rütistrasse bis Kreisel Nordstrasse umgesetzt.
Bild: David Wurmet
(Sarnen, 16. 10. 2025)

Bevor die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt wird, wird das neue Verkehrskonzept getestet. An einer Informationsveranstaltung Anfang März wurde das Projekt genauer vorgestellt. Rund 80 Personen liessen sich von Baudirektor und Regierungsrat Josef Hess, dem Gemeindepräsidenten Jürg Berlinger, den beiden Projektleitern Martin Bürgi (Kantonsingenieur) und Raphael Disler (Gemeinde) sowie dem Verkehrsplaner Markus Hofstetter (Firma Kontextplan) über die Sanierung der Brünigstrasse und den geplanten Testbetrieb informieren, teilt die Gemeinde Sarnen mit.

Jürg Berlinger sprach dabei vom Sarner Dorfzentrum als Ort des Zusammenkommens, des täglichen Lebens und der Begegnung. Aus diesem Grund habe man sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie das Zentrum sicherer, attraktiver und zukunftsfähig gestaltet werden könne. Ein zentrales Element dabei sei das geplante Einbahnregime in Kombination mit Tempo 30. «Wir sind überzeugt, dass diese Massnahmen einen entscheidenden Beitrag leisten können, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Verkehr im Zentrum nachhaltig zu ordnen», betonte Jürg Berlinger.

«Ergebnisoffener» Testbetrieb

Josef Hess blickte auf die Informationsveranstaltung im Juni 2024 zum Betriebs- und Gestaltungskonzept zurück. An jenem Anlass stimmten rund 90 Prozent der Anwesenden den vorgesehenen Massnahmen wie Einbahnverkehr, Velo im Gegenverkehr und Tempo 30 zu. Die vorgesehenen Massnahmen zur Erhöhung der Schulweg- und Verkehrssicherheit, zur Steigerung der Attraktivität und Lebensqualität sowie zur Minderung der Lärmbelastung wurden sehr begrüsst.

Der geplante Testbetrieb startet voraussichtlich im Juni und soll höchstens ein Jahr dauern. Er soll ergebnisoffen die Wirksamkeit der verschiedenen Massnahmen zeigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Dabei soll der Testbetrieb möglichst nahe an den geplanten Endzustand kommen. Die Umsetzung müsse jedoch verhältnismässig sein: Die baulichen Eingriffe seien aus Kostengründen auf ein Minimum zu reduzieren. Sollten mit den vorgesehenen Massnahmen nicht die angestrebten Ziele erreicht werden, so können die Massnahmen ohne grosse Kostenfolgen rückgängig gemacht werden.

Der Testbetrieb wird begleitet durch ein Monitoring, also einer Erhebung und Analyse von Verkehrsdaten. Das Monitoring soll zeigen, wie gut die geplanten Massnahmen in der Praxis funktionieren und wo allenfalls Anpassungen am Verkehrsregime notwendig sind.

Die geplanten Massnahmen gaben Anlass zu Fragen, heisst es weiter. Die vielfältigen Hinweise aus dem Publikum, beispielsweise zur Erreichbarkeit von bestimmten Zielen oder zu Verkehrsverlagerungen, seien aufgenommen worden. Sie werden für die weitere Planung ausgewertet. Insgesamt habe die Zustimmung für die geplanten Massnahmen und für den Testbetrieb überwogen, schreibt die Gemeinde.

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