Sursee

Traditionsbeiz eröffnet wieder – mit Starchefin am Herd

Seit Februar ist das Restaurant Wyhof in Sursee geschlossen – ab September duftet es dort nach Sternenküche: Die Besitzerfamilie steigt ein und holt eine Köchin des Jahres ins Haus.

Es ist ein doppeltes Comeback: In Sursee öffnet das Restaurant Wyhof wieder, nachdem es im Februar wegen langer Bautätigkeit vor dem Haus schliessen musste. Und am Herd wird eine Köchin stehen, die sich seit einem Jahr eine Auszeit nahm und auf Weltreise ging: Michèle Meier, ihres Zeichens «Gault Millaus» Köchin des Jahres 2021. Sie kochte zuletzt im 16-Punkte-Restaurant Lucide im KKL in Luzern.

Das Restaurant Wyhof in Sursee öffnet wieder.
Bild: Boris Bürgisser (Sursee, 17. 2. 2026)

Und noch etwas ist neu im «Wyhof»: Das Restaurant ist seit 1882 in Besitz der Familie Fischer; es wird nun aber erstmals nicht extern verpachtet: Carla Fischer steigt als Pächterin ein. Sie hat die Hotelfachschule Luzern absolviert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Gastronomie. Sie sagt: «Ich bin in Sursee verwurzelt und freue mich darauf, diesen Ort weiterzuentwickeln und meine Leidenschaft für die Gastronomie einzubringen.» In Nachbarschaft des «Wyhofs» führen ihre Geschwister Anna und Oliver Fischer die Weinhandlung Fischer Weine,

Zweite gehobene Küche für Sursee

«Wir möchten einen Ort schaffen, an dem man sich wohlfühlt und sein kann, wie man ist. Qualität soll spürbar sein, ohne distanziert oder steif zu wirken», wird Carla Fischer in einer Medienmitteilung zur Neueröffnung des «Wyhofs» zitiert. Und die neue Köchin Michèle Meier sagt: «Ich freue mich auf eine lebendige Gastronomie mit hoher Qualität und fokussierter Inszenierung. Der ‹Wyhof› steht für kulinarischen Anspruch mit entspannter Selbstverständlichkeit.»

Gemäss Gault Millau ist Sursee ein gutes Pflaster für das neue Konzept, denn bisher sei das Angebot gehobener Küche in Sursee überschaubar: «Die Gemeinde wächst und wächst, das einzige Surseer Restaurant im «Gault Millau» (Bistro Chez Be, 14 Punkte) ist fast immer ausgebucht», schreibt der Gastroführer.

«Michèles Gerichte sind Löffelgerichte»

Urs Heller vom «Gault Millau» mag vor allem Michèle Meiers «Löffelgerichte», von denen er erwartet, dass sie auch im «Wyhof» gereicht werden: «Michèles Macken mögen wir ganz besonders: Ravioli, in allen Formen und Grössen, mit allen erdenklichen Füllungen im vernünftig dünnen Teig. Die letzten beiden Varianten: Ravioli mit Säuli-Fleisch vom Uelihof und Raviolo vom Wildschwein. Michèles Gerichte sind Löffelgerichte, zu geniessen bis zum letzten Saucen-Tropfen.»

Ihr grösster Erfolg neben dem «Gault-Millau»-Titel als Köchin des Jahres 2021 war ein Michelin-Stern im Jahr 2022. Meier kochte vor ihrer Weltreise sechs Jahre lang im «Lucide» im KKL, bevor sie dieses Ende 2024 verliess und sich eine Auszeit nahm. Bereits damals kündigte sie in der «Luzerner Zeitung» an: «Seit 2002 bin ich in der Zentralschweiz tätig. Luzern ist für mich in den 22 Jahren zu meiner zweiten Heimat geworden.» Sie könne sich daher sehr gut vorstellen, weiterhin in der Region zu bleiben, sagte sie damals weiter.

Ihre Prognose ist also eingetreten. Im September wird es im Restaurant Wyhof losgehen. Bis dann sollen auch die langjährigen Umbauarbeiten beim Bahnhof abgeschlossen sein.

Präzision ist gefragt: Michèle Meier in der Küche des Restaurants Lucide.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 18. 10. 2022)

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)