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Stadt Luzern

Statt Volksmusik aus aller Welt gibt's «Minimal Music» und Jazz: Strassenmusikfestival erfindet sich neu

Das Lucerne Festival überarbeitet sein Rahmenprogramm: Beim Strassenmusikfestival 2026 bleibt kein Stein auf dem anderen.
Das Strassenmusikfestival des Lucerne Festival hat eine lange Tradition. Hier die Ausgabe 2011 mit der Gruppe «Adesa» aus Ghana auf dem Jesuitenplatz.
Bild: Pius Amrein

Das «Lucerne Festival – In den Strassen» ist aus Luzerns Stadtleben nicht mehr wegzudenken: Immer im August wird auf den Strassen und Plätzen der Altstadt eine Woche lang gespielt, getanzt und gesungen – als kostenloses Rahmenprogramm des Lucerne Festivals, das in dieser Zeit stattfindet. Das Konzept ist simpel und hat sich seit der Erstausgabe 2005 kaum verändert: Musikgruppen aus der ganzen Welt reisen nach Luzern und treten jeden Abend auf wechselnden Plätzen auf. Ihren Lohn erhalten sie, wie in der Strassenmusik üblich, dank Spenden aus dem Publikum. Und dieses kommt jedes Jahr in Scharen, um die ganze Palette der Musikstile zu erleben – von Gipsy Swing über Flamenco bis zu Afrobeat und Schweizer Volksmusik.

Luzerns Altstadt wird zur «City Stage»

Das Festival wird auch dieses Jahr wieder stattfinden – vom 25. bis 30. August 2026. Doch dieses Mal wird es kaum wiederzuerkennen sein. Das Konzept wurde völlig überarbeitet. Wie das Lucerne Festival mitteilt, soll das Strassenfestival näher ans Hauptprogramm angebunden werden. Tatsächlich gab es bisher keinerlei Anknüpfungspunkte mit dem offiziellen Festivalprogramm im KKL. Das Strassenprogramm war ein freiwilliger Goodwill des Lucerne Festivals für die Luzerner Bevölkerung, hatte mit dem eigentlichen Sommerfestival im Grunde aber nichts zu tun.

Doch das ändert sich nun: Die Luzerner Altstadt soll zum Schaufenster des Lucerne Festivals werden. Ein Teil von dem, was drinnen im KKL stattfindet, soll auch draussen, für alle erlebbar werden. Daher erhält das Festival mit «City Stage» auch einen neuen Namen. «Wir wollen noch mehr Menschen für unsere Festivalidee begeistern – insbesondere jene, die sonst vielleicht keine klassischen Konzerte besuchen», wird Sebastian Nordmann in einer Mitteilung zitiert. Nordmann ist der neue Intendant des Lucerne Festivals. 2026 wird erstmals das grosse Sommerfestival unter seiner Leitung stattfinden.

Zeitgenössische Musik spielt Hauptrolle

Für das Strassenfestival bedeutet dies: Anstelle von externen Musikgruppen werden Musikerinnen und Musiker vom Lucerne Festival selber auf den Strassen auftreten. Eine Hauptrolle spielen dabei die Mitglieder des Lucerne Festival Contemporary Orchestra (LFCO), das auf Musik des 20. und 21. Jahrhunderts spezialisiert ist. So wird ein Schlagzeugquartett des LFCO auf dem Kapellplatz und Weinmarkt Werke von Steve Reich, einem Vertreter der sogenannten «Minimal Music», aufführen. Zur selben Musikgattung gehört auch der US-Komponist La Monte Young, dessen Musik in einer Licht- und Klanginstallation in einem gelben Ballon («American Dream House») zu erleben ist.

Das Strassenprogramm ist inhaltlich ans diesjährige Festivalmotto «American Dreams» angelehnt. Einen Schwerpunkt bildet daher auch das musikalische Erbe der Jazz-Hochburg New Orleans, unter anderem mit traditioneller Dixie-Musik. Weiter gibt es einen «Sound Walk» entlang der Museggmauer.

Klassik-Wunschkonzert in der Altstadt

Auch wer klassische Musik mag, kommt auf seine Kosten: Das Trompetenquintett «Brass Spectacular» spielt ein breites Programm von Bach über Mozart bis Aaron Copland. Eine spezielle Attraktion wird die «Symphonic Jukebox» auf dem Kapellplatz und dem Weinmarkt: Hier darf das Publikum mitbestimmen, was gespielt wird. Das Repertoire besteht dabei aus populären Hits aus der klassischen Musikgeschichte.

Kuratiert wird das neue Strassenmusikfestival durch Felix Heri, ehemaliger Verantwortlicher für zeitgenössische Musik beim Lucerne Festival, sowie die Zürcher Agentur Guerillaclassics, die auf die Inszenierung von klassischer Musik abseits der Konzertsäle spezialisiert ist.

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