Wer in der Stadt Luzern mit einem platten Veloreifen oder einer lockeren Schraube am Drahtesel unterwegs ist, soll auch künftig auf die bestehenden städtischen Angebote zurückgreifen. Der Stadtrat lehnt die Installation von «bike repAIR»-Reparatursäulen des Touring Club Schweiz (TCS) ab. Er beantragt dem Grossen Stadtrat, ein entsprechendes Postulat der SVP-Fraktion abzulehnen.
Postulant Kurt Zibung hatte gefordert, dass die Stadt das Angebot gemeinsam mit der TCS-Sektion Waldstätte prüft und mögliche Standorte sowie einen Zeitplan für die Installation festlegt. Die Servicesäulen des TCS verfügen über Werkzeuge für kleinere Reparaturen und eine Velopumpe. Damit könnten laut Zibung die Verkehrssicherheit erhöht und Unfälle vermieden werden.
Der Stadtrat teilt zwar diese Einschätzung grundsätzlich, sieht aber keinen zusätzlichen Bedarf. In Luzern gibt es bereits drei Veloservicestationen, die von der Stadt selber betrieben werden: beim Neubad und beim Südpol entlang des Freigleises sowie im Innenhof des Stadthauses. Hinzu kommen 15 Velopumpen, die seit rund zehn Jahren auf dem Stadtgebiet verteilt sind. Alle Angebote können kostenlos genutzt werden. Anfragen für weitere Servicestationen habe die Verwaltung in den vergangenen Jahren keine erhalten.
Stadtrat stört sich am TCS-Logo
Gegen die TCS-Lösung spricht aus Sicht des Stadtrats zudem die Nutzung des öffentlichen Grundes. Die Säulen tragen neben dem TCS-Logo jenes der kommerziellen Veloplattform «velocorner.ch». Für eine dauerhafte Installation dieser privat betriebenen Säulen wäre deshalb eine Konzession und vorgängig eine öffentliche Ausschreibung nötig. Eine direkte Bewilligung für den TCS würde zudem eine neue Praxis schaffen, auf die sich künftig auch andere private Anbieter berufen könnten.
Finanziell wären die Säulen zwar keine grosse Belastung. Die Stadt müsste mit rund 2700 Franken pro Station rechnen und zusätzlich Schäden durch Vandalismus bezahlen. Die Säule bliebe dabei Eigentum des TCS. Der TCS betreibt ausserhalb der Stadt in der Agglomeration Luzern bereits mehrere solche Servicesäulen - so etwa in Horw beim Bahnhof und beim Campingplatz, sowie in Malters und Root. (rk)




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