
Mehr Freiräume und weniger Lärm dank einer Überdachung der Gleise im Gebiet Neustadt-Obergrundstrasse: Diese bereits vor 25 Jahren geäusserte Idee nimmt nun allmählich Formen an. Letztes Jahr hat der Luzerner Stadtrat angekündigt, dass er eine Überdachung prüfen will. Nun macht er in der Antwort auf einen Bevölkerungsantrag weitere Angaben zum Vorgehen: So soll eine Detailstudie durchgeführt werden. Danach folgt eine Interessenabwägung inklusive Evaluation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Voraussichtlich 2027 will der Stadtrat dem Parlament aufzeigen, wie es weitergehen soll.
Eine Machbarkeitsstudie hat der Stadtrat bereits erstellen lassen. Diese kommt zum Schluss, dass die Gleisüberdachung grundsätzlich realisierbar wäre und grob geschätzt 30 Millionen Franken kosten würde. Die durch die Überdeckung «neu gewonnenen Flächen sollen begrünt werden (Rasen, Sträucher, Bäume) und Platz für öffentliche Infrastrukturen wie Spielplätze und WC-Anlagen bieten», heisst es in der Studie.
Baulich empfiehlt diese eine galerieartige Konstruktion mit vorgefertigten Betonelementen und keinen geschlossenen Tunnel. Letzterer würde zwar den Schall besser isolieren, es müssten aber hohe Anforderungen an den Brandschutz erfüllt werden, was deutlich teurer wäre. Zudem wäre für den Bau eine «langzeitige Totalsperre» des Trassees nötig. Ein Betrieb mit Ersatzbussen wird seitens SBB «als praktisch unmöglich eingestuft», wie es in der Studie weiter heisst.
Realisierung vor dem Durchgangsbahnhof?
Eine der Fragen, die es noch zu klären gilt, ist, ob die Überdachung vor dem Durchgangsbahnhof realisiert werden kann, wie Baudirektorin Korintha Bärtsch (Grüne) auf Anfrage ausführt. Eine frühere Realisierung «wäre aus städtischer Sicht natürlich begrüssenswert». Zu berücksichtigen gelte es aber auch, dass die entsprechenden Gleise nach der Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs weniger stark ausgelastet sein werden. Auch der Bau einer Galerie werde «kurzfristige Einschränkungen» für den Bahnverkehr zur Folge haben, heisst es in der Machbarkeitsstudie.
Grundsätzlich sieht der Stadtrat in der Überdachung ein «grosses Potenzial» für mehr «Bewegungsraum» und sicherere Fussverbindungen, wie er in der Antwort auf den Bevölkerungsantrag ausführt. Andere Abdeckungen von Gleisen und Autobahnen, etwa in Zürich-Schwamendingen, Genf oder Neuenhof AG, zeigten, dass ein grosser «Mehrwert für die Freiraumversorgung» entsteht. Den Bevölkerungsantrag will der Stadtrat als Postulat erheblich erklären.

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