Plakate mahnen zur Rücksicht, ein Messgerät zeigt Velofahrenden ihr Tempo an: Um für mehr Sicherheit auf dem Nadelöhr Xylophonweg zwischen Luzern und Emmenbrücke zu sorgen, existieren zwar Massnahmen, doch es bleibt anspruchsvoll. Das zeigt sich insbesondere im nicht enden wollenden Sommer 2026, wo sich noch mehr Velofahrende, zu Fuss Gehende und Reussschwimmende den schmalen Weg entlang der Reuss teilen als sonst. Dazu kommt: Mit dem Umzug der kantonalen Verwaltung an den Seetalplatz im November und weiteren neuen Überbauungen dort wird sich der Nutzungskonflikt weiter verschärfen. Und: Die Kapazität zu erweitern, ist kurzfristig unmöglich mit Blick auf den Gewässerraum auf der einen und den SBB-Gleisen auf der anderen Seite des Wegs.

Deshalb fordert die Stadt Luzern in einer Mitteilung vom Dienstag vom Kanton Sofortmassnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Entschärfung der Nutzungskonflikte. Denn der Weg liegt grösstenteils auf kantonalem Grund. Dies sind die Forderungen:
- Einführung einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 20 auf dem Xylophonweg.
- Fahrverbot für schnelle E-Bikes (S-Pedelecs) mit Umleitung auf die Kantonsstrasse K13. Diese wurde zwischen Fluhmühle und Reussbühl grosszügig ausgebaut mit Velostreifen auf beiden Seiten.
- Sofortmassnahmen auf dem Unfallschwerpunkt Kreuzstutz-Kreisel.
«Wir stellen fest, dass der Xylophonweg stärker frequentiert wird, was leider zu immer mehr Fast-Unfällen und auch Unfällen führt», ergänzt der Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Marco Baumann (FDP) auf Anfrage. Allein in den vergangenen drei Jahren habe der Veloverkehr hier um 7,4 Prozent zugenommen, am Wochenende sogar um 12,9 Prozent. Daneben wächst laut Baumann der Druck auf die Stadt, etwas zu verändern: etwa aus dem Quartier Reussbühl, aus der Politik und von Verbänden wie Pro Velo.
Tempo 30 beim Kreuzstutz-Kreisel?
Was den Kreuzstutz-Kreisel betrifft, so könnte sich die Stadt gemäss Baumann Tempo 30 oder aber eine andere Veloführung vor dem Kreisel als Sofortmassnahme vorstellen. Warten bis zur geplanten Umgestaltung des Knotens ab 2034 dauere zu lange. «Die Sicherheit hier und auf dem Xylophonweg muss prioritär behandelt werden», so Baumann. Allerdings: Verlangen kann man noch viel – was bringt's, wenn der Kanton das letzte Wort hat? Er sagt: «Ja, es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu fordern. Doch unbestritten ist, dass alle Beteiligten den Bedarf für Verbesserungen sehen.»
Bekanntlich plant der Kanton mittelfristig eine neue Velovorzugsroute durch das Reusstal zwischen Luzern und Emmen. Bis Ende 2026 will er die Bestvariante aus einer Studie präsentieren (wir berichteten).
Wie Christoph Kessler, Abteilungsleiter Mobilität bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, am Dienstag auf Anfrage schreibt, stehe der Kanton mit der Stadt Luzern «in regem Austausch» betreffend der Veloführung zwischen Seetalplatz und Stadtzentrum, unter anderem im Rahmen der sogenannten Korridorstudie für die künftige Velovorzugsroute. «Der Kanton wird gemeinsam mit der Stadt geeignete Massnahmen diskutieren, prüfen und in der jeweiligen Zuständigkeit koordiniert umsetzen und kommunizieren», so Kessler.




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