Luzern-Emmenbrücke

Stadt will Situation auf dem Xylophonweg entschärfen – Verbot für schnelle E-Bikes könnte Thema werden

Auf dem Velo- und Fussweg zwischen Luzern und Emmenbrücke kommt es regelmässig zu gefährlichen Situationen. Der Luzerner Stadtrat setzt auf Sensibilisierungsmassnahmen – vorerst.

Rund 3100 Velos verkehren im Schnitt pro Tag auf dem Xylophonweg zwischen Luzern und Emmenbrücke. Zum Vergleich: Auf dem Freigleis Höhe Feuerwehr sind es rund 2050. Nach der Eröffnung der kantonalen Verwaltung am Seetalplatz dürfte der Verkehr auf dem Xylophonweg noch zunehmen.

Doch schon jetzt ist der Platz knapp, zumal es sich auch um einen Fussweg handelt. Der Weg ist an Engstellen weniger als drei Meter breit, während das Freigleis fünf Meter misst. Es kommt zu «Nutzungskonflikten, nicht zuletzt, weil der Xylophonweg vermehrt von Velofahrenden mit E-Bikes der hohen Geschwindigkeitsklasse beansprucht wird», wie die SP in einem Postulat festhält. Überholmanöver führten regelmässig zu gefährlichen Situationen. Deshalb schlägt die SP Tempobeschränkungen und eine Verbreiterung des Wegs vor.

Auch dem Stadtrat ist bewusst, dass Konfliktpotenzial besteht – auch wenn es sich mit sieben Unfällen in den Jahren 2011 bis 2021 nicht um einen Unfallschwerpunkt handle, wie er in der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme zum Postulat schreibt. Der Stadtrat will dieses teilweise entgegennehmen. «Es ist eine wichtige Achse, und wir nehmen das Problem ernst», sagt Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne).

Tempoanzeigen sollen sensibilisieren

Ein Tempolimit sei aber kaum praktikabel, weil viele Velos nicht über Tachos verfügen. Erst ab 2027 müssen gemäss Bundesrecht schnelle E-Bikes entsprechend ausgerüstet sein. Stattdessen will die Stadt Geschwindigkeitsanzeigen zur Sensibilisierung aufstellen. Weiter rechnet sie damit, dass sich die Situation dank eines neuen Velowegs auf der parallel verlaufenden Kantonsstrasse entschärft. Diese wird derzeit umgebaut und voraussichtlich im Frühling 2024 neu eröffnet. Eine Signalisation soll dafür sorgen, dass «ambitionierte, schnelle Velo- und E-Bike-Fahrende» die Kantonsstrasse nutzen, wie es in der Stellungnahme heisst.

Falls dies nicht zu einer Verbesserung führt, ist der Stadtrat bereit, weitere Massnahmen für den Xylophonweg zu prüfen. Denkbar sei ein temporäres oder generelles Verbot für schnelle E-Bikes mit gelben Kontrollschildern. Weil diese gesetzlich den Töffli gleichgesetzt seien, wäre diese Massnahme rechtlich umsetzbar. In Kriens besteht bereits solch ein Verbot auf dem Weg bei der Freizeitanlage Langmatt.

«Diese Massnahme müsste man sich aber gut überlegen, da sie auch Eltern beträfe, die mit Kindern im Veloanhänger unterwegs sind», sagt Borgula. «Auf der Kantonsstrasse müssten sie am gefährlichen Kreuzstutz-Kreisel vorbeifahren.» Darum würde die Stadt vor einem Verbot mit dem Kanton die Sicherheit prüfen.

Verbreiterung wäre schwierig umsetzbar

Einen Ausbau des Xylophonwegs habe die Stadt bereits 2021 geprüft und verworfen. Dies wegen der «unverhältnismässig hohen Kosten» von mindestens 2,4 Millionen Franken und der «schwierigen Umsetzbarkeit» aufgrund des Gewässerschutzes, der nötigen Baumrodung sowie der nahe gelegenen Bahnlinie, wie der Stadtrat schreibt. «Eine Verbreiterung in Richtung Reuss wäre wohl kaum bewilligbar», sagt Borgula. In Richtung Bahnlinie stellten Masten ein Hindernis dar, und die Grünflächen beim Weg seien heute schon sehr klein.

Neben der ausgebauten Kantonsstrasse soll langfristig eine neue Veloverbindung auf der anderen Flussseite inklusive Brücke im Gebiet Reusszopf für Entlastung sorgen. Wann diese realisiert wird, ist noch unklar. «Derzeit wird das Vorprojekt erarbeitet», sagt Borgula. Vor der Umsetzung muss das Parlament über den Kredit entscheiden.

Gianluca Pardini (SP), Erstunterzeichner des Vorstosses, begrüsst die Sensibilisierungsmassnahmen. «Angesichts der anstehenden Projekte macht es Sinn, zuerst zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt, und dann wenn nötig strengere Massnahmen ins Auge zu fassen.» Das mögliche Verbot von schnellen E-Bikes hatte Pardini im Postulat nicht gefordert. «Wir streben ein solches derzeit nicht an, es wäre der falsche Anreiz, nachhaltige Verkehrsmittel einzuschränken. Aber falls der Xylophonweg eine Gefahrenzone bleibt, muss man dies allenfalls doch in Betracht ziehen.»

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