Seilbahnfahren gilt in der Schweiz eigentlich als sehr sicher. Schwere Unfälle wie am Mittwoch in Engelberg kommen leider dennoch vor. Hier eine Übersicht ab 1972.
1972 in Betten VS: Kabine raste in Talstation
Das schwerste Seilbahnunglück in der Schweizer Geschichte ereignete sich 1972 in Betten VS. Eine Gondel der Betten-Bettmeralp-Bahn fuhr mit 14 Personen und einer Ladung Kies ins Tal. Nach einigen hundert Metern Fahrt riss das Zugseil. Die Kabine stürzte ins Tal und zerschellte an einer Betonwand. 12 Menschen starben, zwei Jugendliche überlebten wie durch ein Wunder.

1979 auf der Melchsee-Frutt: Vier Gondeln stürzten ab
Vier Gondeln stürzten auf der Fahrt nach der Melchsee-Frutt ab. Eine Person kam ums Leben, fünf wurden zum Teil schwer verletzt.
1996 auf der Riederalp: Gondelbahn stürzte zu Boden
In der Talstation der Gondelbahn Riederalp-Moosfluh kam es zu einem Achsenbruch als Folge eines Ermüdungsrisses. Drei Kabinen stürzten zu Boden. Eine Person starb, 18 Personen wurden schwer verletzt.
1999 in Crans-Montana: Baum stürzte auf Seil
Während des Sturms Lothar stürzte ein Baum auf das Seil der Gondelbahn Crans-Cry d'Err im Skigebiet Crans-Montana-Aminona. Zwei Personen kamen ums Leben, drei wurden schwer verletzt.
2008 in Grindelwald: Sessel stürzten zu Boden
Mehrere Sessel der Seilbahn Fallboden stürzten nach einer Windböe in die Tiefe. Ein Wintersportler kam ums Leben, neun weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

2009 in Seelisberg: Kabine wurde aus Seil geschleudert
Eine Kabine der Seilbahngondel Weid-Seelisberg wurde aus dem Tragseil geschleudert. Der Unfall passierte, weil die Gondel beim Start in der Bergstation auf den Boden aufschlug. Die Türen öffneten sich und die Passagiere stürzten aus der Gondel. Ein Kleinkind jedoch verblieb in der Gondel, stürzte in dieser einen Abhang hinunter und wurde schwer verletzt.
2010 am Hohen Kasten: Kabine raste in Talstation
Bei Revisionsarbeiten an der Luftseilbahn Hoher Kasten in Appenzell Innerrhoden hatte ein Mitarbeiter die Geschwindigkeit der Bahn nicht korrekt kontrolliert. Die beiden Kabinen fuhren ungebremst in die Berg- und Talstationen. Ein Mitarbeiter wurde verletzt.
2013 in Innerthal SZ: Transportseilbahn stürzte ab
2013 verunglückte eine Familie in Innerthal bei einer Fahrt in einer nur für Material zugelassenen Transportseilbahn. Die Kiste stürzte 30 Meter ab; die Eltern kamen nach einem weiteren Sturz über eine Felswand ums Leben. Ihre Tochter überlebte, da sie in Ästen hängen blieb.
2015 am Monte Sasso del Ferro: Mann stürzte aus Kübelseilbahn
Im Tessin stürzte 2015 ein Mann aus einer Gondel 15 Meter in die Tiefe. Er überlebte den Sturz nicht. Es handelte sich bei der Seilbahn um einen Stehlift, mit welchem man in einer Art Kübel auf den Sasso del Ferro gelangt.
2019 am Titlis: Arbeiter starb bei Revision von Seilbahn
Bei Revisionsarbeiten der Gondelbahn von Engelberg zum Trübsee ist es zu einem tödlichen Arbeitsunfall gekommen. Dabei ist ein Angestellter der Titlisbahnen ums Leben gekommen. Sechs weitere Arbeiter wurden verletzt, als sich ein Entlastungsseil löste und sie von den Seilen getroffen wurden.
2020 am Fronalpstock: Sessel stürzte ab
Während einer Abendfahrt stürzt ein Sessel der Bahn Stoos-Fronalpstock ab. Eine Person starb, drei weitere wurden schwer verletzt. Der Unfall war auf ein gespanntes Windenseil eines Pistenfahrzeugs zurückzuführen.


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