Seewärme

See-Energie: Stadt Luzern gibt EWL Konzession für Böden

Für den Ausbau der See-Energie gibt die Stadt der EWL exklusive Bodenrechte. Dazu gibt es einen Konzessionsvertrag – mit einer Laufdauer von 50 Jahren.

Bis 2040 soll es in Luzern keine energiebedingte Emission von Treibhausgasen mehr geben. Um dieses Ziel zu erreichen, will die EWL ihr Fernwärmenetz (See-Energie) ausbauen. Ein Grossteil dieses Netzes wird unter Strassen, also öffentlichem Boden, liegen.

Ein neuer Konzessionsvertrag zwischen der Stadt Luzern und der EWL soll die Rechte und Pflichten des Energieunternehmens festlegen. Die EWL erhält in der Konzession ein Sondernutzungsrecht für öffentliche Flächen. Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, in den verhandelten Quartieren See-Energie anzubieten. Wegen des grossen öffentlichen Interesses an der See-Energie verzichtet die Stadt auf eine Konzessionsgebühr.

Gelten soll diese Konzession für 50 Jahre, mit einer Option auf weitere 10 Jahre Verlängerung. Umweltdirektor Marco Baumann spricht von einem «Generationenprojekt».

Jährlich 52'000 Tonnen CO2 einsparen

Zurzeit wird bereits ein Gebiet um den Bahnhof mit See-Energie versorgt. Schrittweise sollen jetzt grosse Teile der Stadt folgen, vor allem auf der linken Seeseite. Ist das Netz voll ausgebaut, können bis zu 52'000 Tonnen an Treibhausgasen pro Jahr eingespart werden.

Für ihr Netz muss die EWL sogenannte «See-Energie-Zentralen» einrichten. Dort wird Seewasser in grossen Wärmepumpen aufbereitet. Hinzu kommen Verteilzentralen in den Quartieren. Die Standortsuche stellt die Betreiber aber vor Schwierigkeiten, besonders auf der rechten Seeseite sind geeignete Standorte rar. Die Zentren werden unterirdisch gebaut und befinden sich, wo immer möglich, auf städtischem Boden.

Um die Quartiere mit See-Energie zu versorgen, müssen neue Leitungen verlegt werden. Baustellen werden also unausweichlich, aber auch hier wollen die Stadt Luzern und die EWL eng zusammenarbeiten. Wo immer möglich, wollen sie Synergien nutzen und den Ausbau der Fernwärme mit bereits geplanten Bauarbeiten koordinieren. Deshalb wird der Ausbau schrittweise erfolgen.

Vertrag soll im Oktober in Kraft treten

Mit dem Konzessionsvertrag wird sich als Nächstes der Grosse Stadtrat befassen. Läuft alles nach Plan, soll der Vertrag am 1. Oktober in Kraft treten.

Auf der Website «klimafreundlichheizen.ch» ist ersichtlich, in welchen Quartieren Fernwärme vorgesehen und wann die Erschliessung geplant ist. Allerdings ist nicht in allen Stadtquartieren eine Versorgung mit See-Energie vorgesehen. Die nötigen Leitungen sind gross und teuer, weshalb sie sich nur in dicht besiedelten Gebieten lohnen. In weniger dicht bebauten Gebieten wie dem Wesemlin sollen die Eigentümerinnen und Eigentümer grösstenteils auf Erdsondenheizungen setzen.

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