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Ausbau bis 2030

Schul-Tagesstrukturen: Stadt Luzern will Millionen in die Ausbildung investieren

Für Nachwuchsförderung und Personal-Weiterbildung beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit über 12,76 Millionen.

Die Nachfrage nach schulergänzender Betreuung zeigt in der Stadt Luzern stark nach oben. Tatsächlich stieg die Anzahl Mittagsplätze zwischen 2014 und 2025 um das Dreieinhalbfache und die Anzahl Ganztagesplätze im gleichen Zeitraum um das Zweifache. Aktuell nutzen 48 Prozent aller Stadtluzerner Kindergarten- und Primarschulkinder die Tagesstrukturen, was rund 2600 Schülerinnen und Schülern entspricht. Mit der Weiterentwicklung des Tagesschulmodells und dem neuen kantonalen Kinderbetreuungsgesetz dürfte dieser Bedarf weiter ansteigen.

Blick in den Mittagstisch des Schuhauses Säli.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 22. 1. 2024)

Entsprechend benötigt die Stadt mehr Personal. Schon heute betreuen in den 13 Stadtluzerner Schulbetriebseinheiten rund 300 sozialpädagogische Mitarbeitende die Kinder. Um nachhaltig gut ausgebildete Fachpersonen für die Betreuung an der Volksschule zu gewinnen und zu halten, braucht es mehr Nachwuchsförderung und Weiterbildungen. Deshalb beantragt der Stadtrat dem Parlament dazu einen Sonderkredit von 12,76 Millionen Franken – und erfüllt damit einen teilweise überwiesenen Vorstoss. Denn: «Um dem Bildungs- und Betreuungsauftrag gerecht zu werden und um eine hohe Qualität sicherzustellen, sind qualifizierte Fachkräfte unverzichtbar», schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung vom Dienstag.

Ausbau Betreuung hinkte hinterher

Die Exekutive räumt im entsprechenden Bericht und Antrag ein, dass der Ausbau der Betreuung in den vergangenen Jahren nicht mit einem entsprechenden Ausbau der Ausbildung einherging. Zwar werden bereits Lernende Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ sowie Studierende der Sozial- oder Kindheitspädagogik ausgebildet, doch das Engagement sei «nicht strategisch gesteuert» worden.

So werden per Schuljahr 2026/27 lediglich 21 EFZ-Lernende und 4 Studierende begleitet – deutlich weniger als im vorschulischen Bereich in privaten Kitas. Konkret will die Stadt die Zahl der EFZ-Ausbildungsplätze von heute 21 auf 45 erhöhen. Gleichzeitig sollen 13 Ausbildungsplätze auf Hochschulniveau geschaffen werden. Zudem sollen Praktikumsstellen vermehrt in reguläre Ausbildungsplätze umgewandelt werden.

Ferner will die Stadt in die Weiterbildung der Mitarbeitenden investieren, um die Betreuungsqualität sicherzustellen. Und es ist eine neue Fachstelle für Aus- und Weiterbildung im Rektorat der Volksschule vorgesehen.

Ausbau Ausbildungsplätze bis 2030

Der Ausbau der Ausbildungsplätze wird bis im Jahr 2030 geplant. Die Sicherstellung von ausreichend qualifizierten Fachkräften sei ein langfristiger Prozess, da Ausbildungen mehrere Jahre in Anspruch nehmen und die Absolventinnen sowie Absolventen erst mit Verzögerung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würden.

Ab 2030 rechnet der Stadtrat dann mit jährlich wiederkehrenden Mehrkosten von rund 1,28 Millionen Franken. Er ist aber überzeugt: «Die Investitionen in die Qualität der schulergänzenden Betreuung zahlen sich volkswirtschaftlich aus, weil damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit höhere Erwerbspensen gefördert werden.»

Der Grosse Stadtrat wird das Geschäft voraussichtlich an seiner Sitzung vom 29. Januar behandeln. (hor)

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