Die Betreuung der Stadtluzerner Volksschule wird umgestaltet. Die Stimmbevölkerung hat die Tagesschul-Vorlage mit einem Ja-Anteil von 79,3 Prozent klar gutgeheissen, wie die Stadt mitteilt. 19’585 Personen stimmten dafür, 5101 dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 48 Prozent.
Die Vorlage enthält zwei Massnahmen: einen Kredit von 44,47 Millionen Franken für den räumlichen und personellen Ausbau der Tagesstrukturen. Plus eine Anpassung des Schulbetreuungsreglements. Damit werden an der Primar «gebundene Mittage» eingeführt: Hat das Kind am Nachmittag Schule, ist es automatisch für die Mittagsbetreuung angemeldet. Für zusätzliche Betreuungszeiten müssen Eltern ihre Kinder wie bisher selbst anmelden.
«Freiwilligkeit wichtig für Akzeptanz»
Die Vorlage war im Grossen Stadtrat einstimmig bewilligt worden. Dennoch hat Stadtpräsident Beat Züsli (SP) nicht solch ein klares Resultat erwartet. Entsprechend erfreut ist er nun. «Die Freiwilligkeit war wichtig für die Akzeptanz.» Eltern können ihre Kinder von den gebundenen Mittagen abmelden. Weiter stelle das neue Modell eine gute Lösung dar, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern.
Umgesetzt werden sollen die Massnahmen etappiert von 2025 bis 2030, so Züsli. Der genaue Zeitplan werde noch erarbeitet. Naheliegend sei, bei den Schulhäusern anzufangen, in denen die Hortplätze im Rahmen von Bauprojekten bereits erweitert worden sind.
Da die Zahl der Kinder in der Mittagsbetreuung stark zunehmen wird, gibt es bei Lehrpersonen die Befürchtung, dass für sie der Betreuungsaufwand steigt. «Es ist nicht vorgesehen, dass Lehrpersonen verpflichtet werden, am Mittag Betreuungsarbeit zu übernehmen», sagt Züsli dazu. Die Stadt will mehr Personal einstellen. Dass dies angesichts des Fachkräftemangels eine Herausforderung ist, sei man sich bewusst. «Aber ich bin zuversichtlich, dass das gelingen wird.»

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