
Für den SC Obergeissenstein klangen die Pläne der Stadt Luzern letztes Jahr nach einer Hiobsbotschaft: Dem Verein drohte eine Verkleinerung des Hauptspielfeldes. Gleichzeitig stand dem Club ein jahrelanges Exil bevor wegen einer Grossbaustelle. Hintergrund: Einerseits wird unter dem Hauptspielfeld des SCOG die Seeenergiezentrale gebaut, andererseits sollte die Schulanlage Wartegg/Tribschen erweitert werden. Die drohende Baustelle bereitete dem Club Existenzängste.
Doch nun sorgt eine Nachricht beim Quartier-Fussballverein für Zuversicht: Diese Ausbaupläne der Stadt für die Schule sind nun vom Tisch: Anstatt einer Erweiterung soll ein Modulbau auf der Wiese am Hang den Raumbedarf decken. Dadurch fällt einerseits die ursprünglich vorgesehene Verkleinerung des Hauptspielfeldes weg, andererseits muss der Club wegen der kürzer ausfallenden Bauarbeiten weniger lang auf ein Provisorium ausweichen.

Verein setzt Ankerpunkte für die Zukunft
«Wir wussten lange nicht, in welche Richtung es mit uns geht. Für uns sind diese Nachrichten nach der Eskalation im letzten Sommer sicher positiv. Erleichterung ist nun das Schlagwort», sagt SCOG-Präsident Raphael Weltert. Der Verein habe «gute Gespräche» mit der Stadt gehabt. «Uns ist der partnerschaftliche Austausch wichtig.» Inzwischen haben Club und Stadt eine Absichtserklärung unterzeichnet: Der Verein soll künftig über zwei Kunstrasenfelder verfügen, die gleich gross sind wie die aktuellen Felder. «Die Verkleinerung hätte für uns weniger Attraktivität bedeutet, sei es bei den Vorbereitungen, im Training, in der Meisterschaft und im Cup», sagt Weltert.
«Wir sind weder gegen die Vergrösserung der Schule, noch gegen den Bau der Energiezentrale», betont der Präsident. Dass die Bauzeit nun bei voraussichtlich rund zwei Jahren liege und nicht mehr bei fünf oder mehr, sei begrüssenswert. «Wir sind ein Identifikationsort im Quartier und hier tief verwurzelt», so Weltert. Rund 450 Mitglieder hat der Club. Da Heimspiele über mehrere Jahre «auswärts» – etwa auf der Allmend – hätten stattfinden müssen, befürchtete der Verein eine Entwurzelung und einen Mitglieder- sowie Funktionärsverlust. «Es wird auch mit der verkürzten Bauzeit für uns eine logistische und soziale Herausforderung», sagt der Präsident. Der Verein müsse nun Massnahmen definieren, wie die Bauzeit überbrückt werden könne. Wichtig sei vor allem die Absichtserklärung: «Es braucht noch Feinarbeit, aber wir konnten damit für uns wichtige Ankerpunkte setzen für die Zukunft.»


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.