«Städtebaulich hochsensibel»

Wegen Ortsbildschutz des Bundes: Stadt Luzern darf diese Schule nicht vergrössern

Die Schulhäuser Wartegg-Tribschen liegen in einem geschützten Gebiet. Daher muss die Stadt nun auf Alternativen ausweichen.

Rund 600 Kinder besuchen derzeit die Primar- und Sekundarstufe in den Stadtluzerner Schulhäusern Wartegg und Tribschen. Weil diese Zahl und überhaupt der Raumbedarf steigen werden, ist eine Erweiterung geplant. Doch aus dem 2025 angekündigten Erweiterungsbau zwischen der Dreifachturnhalle und dem Hauptspielfeld des SC Obergeissenstein (SCOG) wird nichts. Grund: Die Schulanlage liegt im Gebiet Tribschen-Wartegg, das zusammen mit der angrenzenden Tribschen-Landzunge im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) eingetragen ist. Dies lässt kaum Spielraum für grössere bauliche Eingriffe. Das schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation der Mitte.

Der Erweiterungsbau wäre naben der Dreifachturnhalle (links) und auf einem Teil des SCOG-Hauptpielfelds gebaut worden.
Bild: Stadt Luzern

Zwar sind die Schulgebäude, die aus den Jahren 1964 und 1976 stammen, allesamt nicht im Inventar der kantonalen Denkmalpflege vermerkt, jedoch eben Teil dieses «städtebaulich hochsensiblen» Gebietes. Es gilt das sogenannte Erhaltungsziel A, was bedeutet: «Die für das Ortsbild wesentliche Vegetation und Altbauten sind zu bewahren und bestehende Beeinträchtigungen zu beseitigen.» Weil in diesem Fall mit Photovoltaik und Schutzbauten zudem Bundesaufgaben betroffen sind, gilt das ISOS direkt. Somit dürfen lediglich Interessen von nationaler Bedeutung gegen den Ortsbildschutz abgewogen werden. Der kommunale Bedarf nach zusätzlichem Schulraum zählt laut Stadtrat rechtlich nicht dazu.

Der Stadtrat akzeptiert die fachliche Begründung der Gutachter, kritisiert aber gemäss Interpellationsantwort deren Schlussfolgerungen. Aus seiner Sicht wäre eine differenziertere Beurteilung der einzelnen Gebäude angebracht gewesen. «Funktionale Ergänzungen einzelner Bauten hätten keinen negativen Einfluss auf den gestalterischen, sozialen oder baukulturellen Wert des Ensembles», so der Stadtrat. Die Denkmalpflege beurteilt die Schlussfolgerungen als nachvollziehbar und ist überzeugt, dass eine qualitätsvolle Erweiterung des Schulraums gelingen könne.

Modulbauten sollen Raumnot lindern

Statt des Erweiterungsneubaus bei der Turnhalle wird nun ein Teil des benötigten Schulraums mit einem zusätzlichen Modulbau abgedeckt. Dieser wird voraussichtlich Ende 2028 neben dem bereits bestehenden Modulbau in Richtung des Strandbads Tribschen erstellt. Zusammen mit dem im Bau befindlichen Modulbau für die Tagesstrukturen neben der Hundewiese werden bald drei Modulbauten auf dem Areal verteilt sein. Weiter konnte die Stadt inzwischen zusätzliche Räume für den Unterricht am Geissensteinring 41 anmieten. Zirka 2030 soll das Sek-Schulhaus Tribschen aufgestockt werden. Das alles soll die Raumnot lindern.

Bild: Quelle: Stadt Luzern

SCOG-Hauptfeld bleibt in voller Grösse

Good News gibt's für den SC Obergeissenstein. Ihm bleibt das Hauptspielfeld längerfristig wie gehabt erhalten, weil der Schul-Erweiterungsbau vom Tisch ist. Es gibt nun sogar eine Absichtserklärung zwischen dem SCOG und der Stadt, wonach dem Verein auch künftig zwei Kunstrasenfelder mit den gleichen Abmessungen wie heute zur Verfügung stehen. Was ebenfalls bleibt: Das Hauptspielfeld wird voraussichtlich ab 2028 vorübergehend zur Baustelle, weil darunter eine neue See-Energie-Zentrale entsteht. (hor)

Dem SCOG bleibt das Hauptspielfeld erhalten, im Hintergrund die Dreifachturnhalle.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 29. 6. 2026)

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