
Das Motorschiff Saphir wird mit Wasserstoff betrieben – und ist nun nach einer Umbauzeit von einem Jahr zurück auf dem Vierwaldstättersee. Noch sind allerdings keine Passagiere an Bord, denn in den kommenden Monaten stehen intensive Test- und Instruktionsfahrten an, welche in diesen Tagen begonnen haben, wie die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) am Mittwoch mitteilt.
Fahrgäste dürfen mit dem ersten Wasserstoff-Passagierschiff der Schweiz erstmals am Karfreitag, 26. März 2027 regulär mitfahren. Voraussetzung dafür sei, dass die anstehenden Probefahrten erfolgreich verlaufen würden. Danach soll die «Saphir» wieder auf der einstündigen Rundfahrt im Luzerner Seebecken mit Halt in Kastanienbaum eingesetzt werden. Das Schiff bietet Platz für bis zu 300 Personen.
Damit nähert sich ein aufwendiger Umbau seinem Abschluss. Seit Oktober 2025 wurde die 2012 gebaute «Saphir» in der Luzerner Werft der Shiptec umgerüstet. Die bisherigen Dieselgeneratoren wurden durch eine Brennstoffzelle und Wasserstoffspeicher ersetzt. Die Umrüstung sei abgeschlossen, schreibt die SGV weiter.

Bis zum Start mit Passagieren gibt es jedoch noch einiges zu tun. Insbesondere muss das Bewilligungsverfahren des Bundesamts für Verkehr zuerst noch abgeschlossen werden. Zudem fehlt derzeit noch die definitive Wasserstoff-Tankanlage in Luzern. Bis diese in Betrieb genommen werden kann, wird das Schiff mit einer provisorischen Anlage auf dem Werftgelände betankt.
Der grüne Wasserstoff für den Betrieb soll aus Bürglen im Kanton Uri kommen. Dort baut die H2Uri AG eine Produktionsanlage. An der Gesellschaft ist neben der Axpo und weiteren Unternehmen auch die SGV Holding mit sieben Prozent beteiligt. An Bord wandelt eine Brennstoffzelle den Wasserstoff in elektrische Energie um. Diese lädt die Batterien und versorgt gleichzeitig die Elektromotoren. Nach Angaben der SGV entstehen dabei keine CO2-Emissionen. Durch den Umbau sollen jährlich rund 50'000 Liter Treibstoff eingespart werden.
Ursprünglich hätte die «Saphir» bereits im Sommer 2026 wieder Passagiere befördern wollen. Der Zeitplan verzögerte sich jedoch unter anderem wegen der späteren Lieferung der Brennstoffzelle.


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