Zusammenarbeit

RAV Obwalden Nidwalden: Ein Erfolgsmodell wird 30 Jahre alt

Obwalden und Nidwalden ziehen eine positive Bilanz zum gemeinsamen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). Sie wollen die bewährte Zusammenarbeit auch angesichts künftiger Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen.

Seit 30 Jahren betreiben Obwalden und Nidwalden ein gemeinsames regionales Arbeitsvermittlungszentrum, kurz RAV. Damit gingen die beiden Kantone laut einer Mitteilung damals einen schweizweit einmaligen Weg, der sich bis heute bewährt habe. Das 30-jährige Bestehen wurde am vergangenen Freitag in Hergiswil im Rahmen einer schlichten Feier gewürdigt.

Doch zunächst ein Blick zurück: Mit der Revision des eidgenössischen Arbeitslosenversicherungsgesetzes wurden die Kantone Mitte der Neunzigerjahre verpflichtet, professionell geführte Arbeitsvermittlungszentren aufzubauen. Obwalden und Nidwalden entschieden sich als einzige Kantone, diese Aufgabe gemeinsam wahrzunehmen. Am 1. September 1996 nahm das RAV Obwalden Nidwalden in Hergiswil mit acht Mitarbeitenden seinen Betrieb auf. Drei Jahre später folgte die gemeinsame Arbeitslosenkasse (ALK), später die gemeinsame Fachstelle für arbeitsmarktliche Massnahmen (LAM). Heute beschäftigt das RAV allein 17 Mitarbeitende.

Starker Arbeitsmarkt in Obwalden und Nidwalden

Obwalden und Nidwalden verfügten seit Jahren über einen vergleichsweise starken Arbeitsmarkt und gehörten regelmässig zu den Kantonen mit den tiefsten Arbeitslosenquoten, so die Mitteilung weiter. Das gemeinsame RAV trage in diesem Umfeld dazu bei, Stellensuchende möglichst rasch wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. «Dass unsere beiden Kantone im interkantonalen Vergleich gute Zahlen aufweisen, verdanken wir den Mitarbeitenden des RAV», wird Monika Brunner, Präsidentin der Aufsichtskommission des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums, zitiert. «Die Zusammenarbeit zwischen Obwalden und Nidwalden ist wichtig. Sie ermöglicht es dem RAV, Fachwissen zu bündeln und Lösungen für eine grössere Anzahl Stellensuchender zu organisieren. Auf dieses Erfolgsmodell dürfen wir stolz sein.»

Dabei hätten sich die Rahmenbedingungen für das RAV in den vergangenen drei Jahrzehnten gewandelt. Stand zu Beginn die Vermittlung von Stellensuchenden im Vordergrund, seien die Anforderungen heute vielfältiger. Dazu gehörten eine stärker individualisierte Beratung, gezielte Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit, eine nähere Zusammenarbeit mit Arbeitgebern aufgrund der Stellenmeldepflicht und der Einsatz arbeitsmarktlicher Integrationsmassnahmen.

Laufend auf neue Entwicklungen reagieren

Gleichzeitig prägten die Digitalisierung, neue Berufsbilder und zunehmend komplexere Fälle heute die Stellensuche. Das RAV müsse laufend auf neue Entwicklungen reagieren. «Das Anforderungsprofil einer RAV-Beratungsperson umfasst längst nicht mehr nur fundierte Arbeitsmarktkenntnisse, sondern auch sozialversicherungsrechtliches Wissen, ein gutes Verständnis für psychosoziale Fragestellungen sowie ausgeprägte Beratungs- und Coachingkompetenzen und eine verlässliche Kommunikation», wird Ivo Fuchs, seit 2022 Leiter des RAV Obwalden Nidwalden, in der Mitteilung zitiert. «Wir wollen mehr Zeit für die individuelle Beratung und Kontakte zu Arbeitgebenden einsetzen, neue digitale Instrumente einführen, und gleichzeitig gilt es, den eigentlichen Gesetzesauftrag nicht zu vernachlässigen und die Vorgaben des Bundes zu erfüllen. Das ist im Alltag ein anspruchsvolles Spannungsfeld.» Gleichwohl ist Ivo Fuchs überzeugt, dass die beiden Kantone und das RAV auch kommende Herausforderungen meistern werden.

Das 30-Jahr-Jubiläum vom vergangenen Freitag habe Gelegenheit geboten, den Mitarbeitenden, ehemaligen und heutigen Mitgliedern der Aufsichtskommission sowie der Geschäftsleitung, aber auch Vertreterinnen und Vertretern der Regierungen und der zuständigen parlamentarischen Kommissionen für ihren Beitrag zur 30-jährigen Zusammenarbeit zu danken. Obwalden und Nidwalden wollen diesen gemeinsamen Weg auch in Zukunft erfolgreich fortsetzen. (zvg/mu)

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