Kampagne

Luzern, Sempach, Emmen und Hochdorf führen rauchfreie Spielplätze ein

Schweizer Gemeinden zahlen jährlich 52 Millionen Franken, um achtlos weggeworfene Zigarettenstummel zu beseitigen. Von den Stummeln gehen auch Risiken für Kinder und die Umwelt aus.

Vier Luzerner Gemeinden setzen neu auf rauchfreie Spielplätze. Luzern, Sempach, Emmen und Hochdorf beteiligen sich an einer nationalen Kampagne der NGO «stop2drop». Seit dieser Woche weisen dort neue Schilder und Plakate darauf hin, dass auf Spielplätzen nicht geraucht und «gevaped» werden soll. Ziel ist es, Kinder vor Passivrauch und Zigarettenstummeln zu schützen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Schweizweit engagieren sich 37 Gemeinden gegen Zigaretten-Littering, 24 davon haben zusätzlich das Modul «Rauchfreie und saubere Spielplätze» umgesetzt.

Die Kampagne von «stop2drop» fördert rauchfreie Spielplätze.
Bild: Plakat: zvg

Im Kanton Luzern ist das Thema allerdings nicht neu. Bereits vor rund zwei Jahren starteten erste Gemeinden entsprechende Pilotprojekte (wir berichteten). Damals gehörte Ruswil zu den Vorreitern. Auch Weggis kündigte an, mehrere Spielplätze rauchfrei zu gestalten.

Giftige Stoffe wie Nikotin, Arsen, Blei und Cadmium

Auslöser für die Kampagnen sind alarmierende Zahlen. Laut «stop2drop» wurden bei einer Analyse auf 170 Schweizer Spielplätzen mehr als 15'000 Zigarettenstummel gesammelt. Bereits Ende 2022 hatte die NGO mitgeteilt, dass auf 95 Prozent aller untersuchten Spielplätze Zigarettenreste gefunden worden seien. Besonders problematisch: Die Stummel enthalten giftige Stoffe wie Nikotin, Arsen, Blei oder Cadmium und bestehen aus Plastik. Ein einziger Zigarettenstummel kann laut «stop2drop» bis zu 1000 Liter Wasser verunreinigen.

Neben dem Umweltschutz geht es den Initianten auch um den Schutz der Kinder. Kleinkinder könnten Zigarettenstummel in den Mund nehmen und sich daran vergiften. Zudem gilt Passivrauchen besonders bei Kindern als gesundheitliches Risiko. Schon beim früheren Luzerner Pilotprojekt hiess es deshalb, rauchende Betreuungspersonen sollten möglichst keine Vorbildrolle einnehmen.

Die Kampagne richtet sich bewusst an Gemeinden. Diese könnten mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein sichtbares Zeichen für kinderfreundliche öffentliche Räume setzen, heisst es in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig spare eine saubere Umgebung Kosten: Die Beseitigung von weggeworfenen Zigarettenstummeln koste die Schweizer Gemeinden jährlich über 52 Millionen Franken.

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