Der Kanton Nidwalden ist durchzogen von einem dichten Netz aus Fliessgewässern, das sich über beeindruckende 1120 Kilometer erstreckt. Alle Bäche und Flüsse entspringen verschiedenen Quellen, die für wasserabhängige Biotope sowie Tier- und Pflanzenarten eine zentrale Rolle spielen. Die meisten ergiebigen Quellen werden bereits gefasst. Das bringt einerseits einen Nutzen, andererseits können als Folge der Quellenfassung dadurch quelltypische Lebensräume mitsamt spezialisierten Tier- und Pflanzenarten verschwinden.
«Die Balance zwischen der Nutzung der Quellen für menschliche Bedürfnisse und dem Schutz der natürlichen Lebensräume ist daher von grosser Bedeutung», schreibt der WWF Unterwalden in einer Mitteilung. Zu Quellspezialisten zählen beispielsweise verschiedene Köcherfliegen- und Steinfliegenarten, der Feuersalamander, aber auch Pflanzenarten wie die Brunnenkresse und die Quell-Sternmiere. «Diese Arten sind auf die besonderen Bedingungen angewiesen, die in und um Quellen herrschen, und können durch die Veränderung oder den Verlust ihres Lebensraums stark beeinträchtigt werden oder verschwinden», so die Naturschutzorganisation.
Projekt startet im April und dauert bis Ende Sommer
Um Quelllebensräume zu erhalten, aufzuwerten oder zu schützen, müssen deren Verbreitung und Zustand bekannt sein. Genau diese Daten will der Kanton Nidwalden in Zusammenarbeit mit dem WWF Unterwalden und mit vielen freiwilligen Quellenforscherinnen und -forschern sammeln. Letztere suchen im Kanton Nidwalden Quellen, kartieren und fotografieren diese. Mit den gesammelten Daten wird ein Quellenkataster erstellt.
Mit Karte und GPS (auf dem Handy) folgen die Quellenforschenden mit anderen Freiwilligen den Bächen bis zu den vorgegebenen Quellen. Diese wird schliesslich fotografiert und der Ort sowie ihr Zustand werden erfasst. Noch sucht der WWF interessierte Personen, die diese Arbeit durchführen möchten. Am 29. April lädt er deshalb von 18 bis 20 Uhr zu einem Online-Infoabend sowie am 9. Mai zu einem Einführungstag im Feld ein. Eine gute körperliche Verfassung, Freude an der Arbeit im Freien und ein Handy mit Internetzugang und Apps zur Orientierung sind Voraussetzung für diese Tätigkeit. Eine fachliche Betreuung und kostenlose Schulung sind zugesichert. Zudem werden Verpflegung und Fahrspesen auf Halbtax-Basis vergütet und ein Dankesanlass durchgeführt. Die selbstständige Kartierung ist von Juni bis September an mindestens drei Tagen vorgesehen. (zvg/inf)
Informationen gibt es unter www.wwf-zentral.ch/quellen oder bei Annette Wallimann (annette.wallimann@wwf.ch, 041 417 07 26) oder Julian Junker (julian.junker@wwf.ch, 041 417 07 23).


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