Preiserhöhung

ÖV wird in der Zentralschweiz teurer: Passepartout erhöht Tarife um 3,7 Prozent

Ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember gelten im Tarifverbund Passepartout höhere Preise. Für gewisse Abonnemente werden bis zu 5,7 Prozent mehr fällig.
Einzelfahrausweise werden teurer, Kurzstreckenbillette bleiben unverändert.
Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 19. 6. 2026)

Der Zentralschweizer Tarifverbund Passepartout erhöht seine Preise mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember durchschnittlich um 3,7 Prozent. Grund dafür seien die gestiegenen Kosten im öffentlichen Verkehr, teilte der Tarifverbund am Dienstag mit. Betroffen seien unter anderem höhere Personal- und Materialkosten sowie Investitionen der Transportunternehmen, etwa in die Elektrifizierung ihrer Busflotten. Gleichzeitig stehe der regionale Personenverkehr auch auf Bundesebene unter finanziellem Druck, führt Markus Flückiger, Leiter Tarifverbund Passepartout, auf Anfrage aus. «Die Kostentreiber sind je nach Transportunternehmen unterschiedlich», sagt er.

Derzeit liegen die neuen Tarife noch beim Preisüberwacher. Dessen Detailprüfung laufe noch. «Es gibt aber keine Indizien für Beanstandungen», sagt Flückiger.

Vier bis fünf Millionen Franken Mehreinnahmen pro Jahr

Die Tarifanpassung dürfte Passepartout jährlich Mehreinnahmen von rund zwei bis drei Millionen Franken bringen. Diese werden gemäss Flückiger nach einem Verteilschlüssel an die zwölf beteiligten Transportunternehmen ausgeschüttet.

Je nach Ticket fallen die Preiserhöhungen unterschiedlich aus. Einzelfahrausweise werden im Durchschnitt um 3,1 Prozent teurer, die reduzierten Kurzstreckenbillette bleiben unverändert. So kostet ein Einzelbillett zum Vollpreis für eine Zone neu 4.20 statt 4 Franken, jenes für die Zone 10 neu 5 statt 4.80 Franken. Abonnemente verteuern sich mit durchschnittlich 3,9 Prozent etwas stärker. Ein Erwachsenen-Monatsabo für die Zone 10 kostet neu 86 statt 83 Franken, ein Erwachsenen-Jahresabo steigt von 747 auf 774 Franken. Zudem wird die bisherige Preisdegression bei längeren Strecken reduziert. Das bedeutet: Bisher wurde jede zusätzliche Zone verhältnismässig günstiger. Künftig steigt der Preis mit jeder zusätzlichen Zone gleichmässiger an.

Am stärksten betroffen sind deshalb Kundinnen und Kunden mit Abos für längere Strecken. Ein Erwachsenen-Monatsabo für alle Zonen verteuert sich beispielsweise um 15 auf 280 Franken, ein Erwachsenen-Jahresabo um 135 auf 2520 Franken. Je nach Produkt steigen die Preise zwischen 0 und 5,7 Prozent.

Rabatt auf Mehrfahrtenkarten fällt weg

In der durchschnittlichen Preiserhöhung von 3,7 Prozent enthalten ist auch die Abschaffung des Rabatts auf Mehrfahrtenkarten. Diese waren bisher bis zu 5 Prozent günstiger als sechs einzeln gekaufte Billette. Passepartout begründet den Schritt damit, dass es einen solchen Rabatt im nationalen Direktverkehr bereits heute nicht mehr gibt. Ausserdem sollen regionale Vergünstigungen gemäss einer Vorgabe des Bundesamts für Verkehr nur noch angeboten werden, wenn sie auch national bestehen.

Mehrfahrtenkarten würden allerdings seit Jahren immer weniger genutzt, sagt Flückiger. Gründe seien unter anderem die Digitalisierung und der Umstand, dass die Stempelkarten im Alltag unpraktisch seien. «Wir wollen die Mehrfahrtenkarten weiterhin anbieten, solange keine geeigneten Alternativen bestehen. Insbesondere für Kinder und Menschen mit Beeinträchtigungen.»

Sparbillette bleiben bestehen

Weiter bestehen bleibt das FlexiAbo, das Fahrten an 100 frei wählbaren Tagen pro Jahr ermöglicht und sich vor allem an Teilzeitbeschäftigte, Personen im Homeoffice oder Freizeitreisende richtet. Seit der Einführung Ende 2023 wurden laut Passepartout mehr als 4500 FlexiAbos verkauft. Auch die Sparbillette bleiben bestehen. Passepartout führte die Sparbillette 2021 als erster Tarifverbund der Schweiz ein. Seither wurden rund 250'000 Billette verkauft.

Auch die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) erhöht ihre Preise per 13. Dezember. Sie begründet den Schritt mit gestiegenen Personal-, Treibstoff- und Unterhaltskosten sowie hohen Investitionen in Flotte und Infrastruktur. Unverändert bleiben unter anderem die Preise für den Vierwaldstättersee-Pass sowie die Familien- und Kindertageskarte, wie die SGV in einer Mitteilung schreibt.

Bild: Screenshots: Passepartout

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