
Wer mit dem öffentlichen Verkehr reist, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Per Fahrplanwechsel am 13. Dezember werden die Preise auf nationaler Ebene zum ersten Mal seit drei Jahren erhöht – und zwar nicht zu knapp. Im März kündigte die Branchenorganisation Alliance Swisspass eine Preissteigerung um durchschnittlich 3,9 Prozent an. Als Gründe nannte sie die Inflation, steigende Kosten für Material und Personal und den Spardruck durch politische Entscheide.
Preisüberwacher Stefan Meierhans kündigte an, die Erhöhung zu prüfen. Nun hat er einen Erfolg erzielt – wenn auch einen bescheidenen. Die Preise sollen im Durchschnitt «nur» um 3,6 Prozent steigen, teilt Alliance Swisspass am Dienstag mit. Man habe die Preiserhöhung mit dem Preisüberwacher diskutiert und sei zum Schluss gekommen, dass sie notwendig sei. Sie werde jedoch bei einzelnen Angeboten geändert, «um Kundinnen und Kunden gezielt zu entlasten».
Mehr Sparbillette, teureres Halbtax
Die wichtigste Änderung betrifft das Generalabonnement (GA). Es kostet derzeit für Erwachsene 3995 Franken pro Jahr (2. Klasse) respektive 6520 Franken (1. Klasse). Die Branche wollte die Preise um 200 Franken für ein 2.-Klasse-GA respektive um 330 Franken für ein 1.-Klasse-GA erhöhen. Stattdessen steigen die Preise nun um nur 100 Franken auf 4095 Franken (2. Klasse) respektive um 250 Franken auf 6770 Franken (1. Klasse).
Das Halbtax-Abo hingegen wird wie geplant um 5 Franken verteuert, auch Einzelbillette schlagen auf. Der Bonus der Guthaben-Pakete beim Halbtax Plus bleibt hingegen unverändert. Für Kinder, Jugendliche und Familien steigen die Preise laut der Mitteilung «gar nicht oder nur geringfügig». Wie es weiter heisst, soll zudem das Angebot an Sparbilletten ausgebaut werden.
Alliance Swisspass legt die Preise für den sogenannten nationalen direkten Verkehr fest, also für landesweit gültige Abos und Billette für Verbindungen über Regionen hinweg. Innerhalb regionaler Verbünde werden die Preiserhöhungen hingegen von diesen selbst festgelegt. Der Zürcher Verkehrsverbund beispielsweise plant per 13. Dezember ebenfalls eine Preiserhöhung im Umfang von 2,7 Prozent. Der Zentralschweizer Tarifverbund Passepartout will die Preise um durchschnittlich 3,7 Prozent erhöhen, wie er am Dienstag mitteilt.






