Gemeindeversammlung

Oberdorf will Entschädigungen des Gemeinderats neu regeln

Nach der Zusammenlegung von politischer Gemeinde und Schulgemeinde sollen die Entschädigungen der Behördenmitglieder angepasst werden. Zudem entscheiden die Stimmberechtigten über ein Budget mit einem Defizit von rund 478'000 Franken.

Die Gemeinde Oberdorf will die Entschädigung ihrer Behördenmitglieder neu regeln. An der Gemeindeversammlung entscheiden die Stimmberechtigten über eine Totalrevision des Entschädigungsreglements von 2014. Hintergrund ist die Zusammenlegung der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde zur Einheitsgemeinde Anfang 2025. Dadurch hätten die Aufgaben und die Verantwortung des Gemeinderats zugenommen, heisst es in der Botschaft.

Neu soll die Entschädigung des Gemeinderats auf einem Bruttojahreslohn von 135'000 Franken für ein Vollamt beruhen. Bisher richtete sie sich nach einer kantonalen Lohnleitlinie. Für das Gemeindepräsidium sind 35 Stellenprozente vorgesehen, für das Vizepräsidium 25 und für die übrigen Gemeinderatsmitglieder je 22. Insgesamt steigt das entschädigte Pensum damit von bisher mindestens 130 auf 170 Stellenprozente.

Die jährliche Gesamtentschädigung soll rund 229'500 Franken betragen. Dies entspreche ungefähr dem Betrag, den Gemeinde- und Schulrat vor der Zusammenlegung gemeinsam erhielten. Allerdings fallen für die neue Schulkommission sowie für Verwaltungs- und externe Dienstleistungen weitere Kosten an. Vorgesehen sind zudem nach Funktion abgestufte Spesenpauschalen und die Möglichkeit eines Teuerungsausgleichs.

Erneut Defizit budgetiert

Neben dem Entschädigungsreglement befinden die Stimmberechtigten über das Budget 2027. Dieses sieht ein Defizit von 478'287 Franken vor und liegt somit praktisch auf dem Vorjahresniveau von 484'380 Franken. Ohne die geplante Auflösung finanzpolitischer Reserven von 556'000 Franken würde das Defizit allerdings über eine Million Franken betragen. Ende 2025 verfügte Oberdorf über Reserven von rund 5,27 Millionen Franken.

Zu den höheren Ausgaben trägt unter anderem die Primarschule bei. Wegen einer zusätzlichen dritten Klasse sowie höherer Kosten für Weiterbildungen und Stellvertretungen rechnet die Gemeinde mit einem Mehraufwand von rund 192'000 Franken. Für die Sozialhilfe sind rund 49'000 Franken mehr vorgesehen.

Gleichzeitig erwartet die Gemeinde rund 94'000 Franken weniger Steuereinnahmen, dafür aber rund 343'000 Franken mehr aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleich.

Für das kommende Jahr sind Nettoinvestitionen von rund 1,92 Millionen Franken vorgesehen. 1,08 Millionen davon fliessen in den Hochwasserschutz am Buoholzbach. Weitere 120'000 Franken sind für die Verbauung des Mülibachs und des Rossibächlis budgetiert. Zudem ist ein Darlehen von 500'000 Franken an die Kapellstiftung Maria Rickenbach vorgesehen. Dieses war bereits für 2026 budgetiert, wurde jedoch noch nicht beansprucht. Der Steuerfuss soll unverändert bei 2,0 Einheiten bleiben.

Die Gemeindeversammlung findet am Dienstag, 17. November, um 19.30 Uhr in der Aula des Schulhauses Oberdorf statt.

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