Budget 2027

Oberägeri sucht eine Strategie für die Finanzierung seiner Grossprojekte

Trotz eines budgetierten Überschusses von fast 2 Millionen Franken steht Oberägeri vor einer finanziellen Herausforderung.

Die Gemeinde Oberägeri erwartet für 2027 bei einem Aufwand von knapp 53 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 55 Millionen Franken einen Ertragsüberschuss von rund 2 Millionen Franken. Wie die Gemeinde mitteilt, steigt der Aufwand gegenüber dem Budget 2026 um 4,5 Prozent, der Ertrag um 6,6 Prozent. Der Steuerfuss soll unverändert bei 54 Prozentpunkten bleiben.

Damit fällt das Budget deutlich vorsichtiger aus als die jüngste Rechnung: 2025 hatte Oberägeri einen Überschuss von 8,6 Millionen Franken erzielt – rund 5,5 Millionen mehr als budgetiert. Höhere Steuererträge und geringere Abschreibungen hatten damals wesentlich zum Resultat beigetragen.

Wieder Geld aus dem Finanzausgleich

2027 wird Oberägeri aufgrund der Steuererträge aus der Rechnung 2025 wieder Nehmergemeinde beim innerkantonalen Finanzausgleich. Im laufenden Jahr 2026 muss die Gemeinde 2,3 Millionen Franken in den Zuger Finanzausgleich einzahlen.

Mehrkosten erwartet die Gemeinde unter anderem bei der Pflege und beim Zentrum Breiten. Hinzu kommen zusätzliche Abschreibungen von rund 2 Millionen Franken. Beim Sachaufwand schlagen unter anderem neue Laptops für Schülerinnen und Schüler, externe IT-Dienstleistungen und Planungen für das Pflegezentrum, die Schulhäuser Hofmatt 2 und 3 sowie das Mehrzweckgelände Maienmatt zu Buche.

Für 2027 sind Nettoinvestitionen von rund 9,6 Millionen Franken vorgesehen. Weitere 5,8 Millionen Franken betreffen Anlagen im Finanzvermögen. Zu den bereits bewilligten Vorhaben gehören 1,5 Millionen Franken für die Pflegezentrum Oberägeri AG, das Arbeitsplatzkonzept Rathaus und der Hochwasserschutz Sulzmatt-/Zwüschenbächbach.

Die eigenen Mittel reichen nicht für alles

In den kommenden Jahren stehen weitere Grossprojekte an, darunter das neue Pflegezentrum, der Busknoten auf dem ZVB-Areal und der Ersatzneubau der Schulhäuser Hofmatt 2 und 3. Laut Gemeinde können die Investitionen wohl nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanziert werden. Deshalb will der Gemeinderat 2027 eine Finanzierungsstrategie erarbeiten.

Dass Oberägeri für seine Investitionen voraussichtlich auf Fremdmittel angewiesen sein wird, zeichnet sich schon länger ab. Die 2023 beschlossene Finanzstrategie 2024–2031 hielt bereits fest, dass die liquiden Mittel voraussichtlich nicht ausreichen würden, um sämtliche Aufwände, Investitionen und Finanzanlagen zu decken.

«Mit einem Ertragsüberschuss von knapp zwei Millionen Franken können wir für 2027 ein erfreuliches Budget präsentieren», sagt Finanzvorsteherin Evelyn Rust (Mitte). Gemeindepräsident Marcel Güntert (FDP) hält fest, die anstehenden Investitionen würden Oberägeri finanziell «stark fordern». Deshalb wolle man «frühzeitig klären, wie wir sie ausgewogen finanzieren können». Über das Budget entscheidet die Gemeindeversammlung am 14. Dezember.

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