Nidwalden

SVP will Wolfsschutz kippen

Nidwalden soll beim Bund eine Standesinitiative zur Aufhebung des Wolfes als geschützte Art einreichen. Dies verlangen zwei Landräte mit einer Motion.

Die Buochser SVP-Landräte Beat Risi und Sepp Gabriel haben am 23. Oktober 2026 eine Motion eingereicht, mit welcher der Kanton Nidwalden beim Bund eine Standesinitiative zur Aufhebung des Wolfes als geschützte Art einreichen soll. Ziel ist eine schweizweit einheitliche Regulierung des Wolfsbestandes und eine Bestandsreduktion auf 50 bis maximal 100 Tiere.

Der Wolf hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und stelle für die Alpwirtschaft, die Nutztierhaltung und zunehmend auch für die Bevölkerung eine Belastung dar, heisst es in einer Mitteilung der SVP. Die Motion verweist auf die aktuellen Zahlen des KORA-Monitorings: 350 Wölfe, 43 Rudel und über 150 Welpen im Monitoringjahr 2025/26.

Landrat Beat Risi wird so zitiert: «In Nidwalden ist der Wolf keine Fantasie mehr, sondern Realität. Gerissene Schafe, verunsicherte Bauern, Sichtungen in Siedlungsnähe – und Kinder, die Angst haben, weil sie dem Wolf begegnet sind.»

Risi kritisiert die Sicht auf den Wolf, die in städtischen Gebieten verbreitet sei: «Der Wolf ist für viele Stadtmenschen ein romantisches Symbol – ein bisschen Wildnis, ein bisschen Märchen. Doch diese Verklärung endet genau dort, wo der Wolf tatsächlich auftaucht: auf unseren Alpen, in unseren Ställen, in der Nähe unserer Häuser.»

Die Motion fordert, dass der Wolf künftig regulär bejagt werden kann, ausser im Schweizerischen Nationalpark. Die Kantone sollen zusätzliche Schutzgebiete definieren können. Der Bund soll jährliche Abschusszahlen festlegen, um eine stabile und verantwortbare Koexistenz zu gewährleisten. Dazu Landrat Sepp Gabriel: «Es geht nicht um Ausrottung, sondern um ein Gleichgewicht, das wieder funktioniert. Nidwalden muss handeln, bevor der Wolf endgültig bei uns einzieht. Die Motion, und daraus die Standesinitiative ist kein Versuch, den Wolf auszurotten, sondern ein Schritt zu einem funktionierenden Gleichgewicht.»

Gleichlautende Motionen haben SVP‑Vertreter auch in Uri und Luzern eingereicht. (zvg)

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