Schulungsangebote

«Es ist ein Zeichen von Stärke, sich beraten zu lassen»: Nidwalden will Eltern stärken, um Gewalt gegen Kinder zu verhindern

Der Kanton Nidwalden plant im kommenden Jahr Informations- und Schulungsangebote für Eltern. Ziel ist es, die gewaltfreie Erziehung zu fördern.
Studien zeigen, dass körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder auch in der Schweiz weiterhin vorkommen.
Bild: Getty Images

Ab dem 1. Juli ist der Grundsatz der gewaltfreien Erziehung im Schweizerischen Zivilgesetzbuch verankert. Mit der Gesetzesänderung wird das Recht von Kindern auf eine Erziehung ohne körperliche oder psychische Gewalt ausdrücklich im Zivilgesetzbuch festgehalten.

Der Kanton Nidwalden nimmt die Gesetzesänderung zum Anlass, die Prävention weiter zu stärken, wie er in einer Mitteilung schreibt. Fachpersonen, die Kinder und Familien begleiten, sollen gezielt für das Thema sensibilisiert und geschult werden. Dazu gehört unter anderem die Nutzung bestehender Netzwerke, beispielsweise im Bereich der frühen Kindheit. Ergänzend sind im Jahr 2027 Informations- und Schulungsangebote für Eltern vorgesehen.

«Eltern leisten jeden Tag Grosses. Gerade in herausfordernden Situationen wie Unsicherheiten in Erziehungsfragen, Umgang mit starken Emotionen oder beruflichen sowie privaten Belastungen kann es hilfreich sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es ist ein Zeichen von Stärke, sich beraten zu lassen», wird Roland Widmer, Leiter der kantonalen Abteilung Jugend, Familie und Sucht, in der Mitteilung zitiert.

Studien zeigen, dass körperliche und psychische Gewalt gegen Kinder auch in der Schweiz weiterhin vorkommen. Sie kann die Entwicklung von Kindern nachhaltig beeinträchtigen und sich negativ auf ihre Gesundheit, ihr Selbstwertgefühl und ihre sozialen Beziehungen auswirken. Roland Widmer: «Kinder stark zu machen beginnt damit, Eltern zu stärken. Denn die allermeisten Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Mit Information, Beratung und frühzeitiger Unterstützung sollen Familien auch in herausfordernden Situationen ihren Weg finden und Kinder sicher und respektvoll aufwachsen können.» (mka)

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)