Eine Motion von Landrat Jonas Tappolet (GLP, Ennetbürgen) und Mitunterzeichnenden verlangt einen umfassenden Planungsbericht für den Strombereich im Kanton Nidwalden. Dieser soll den Verbrauch nach Bereichen wie Haushalte, Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und öffentliche Hand aufzeigen. Gleichzeitig soll dargestellt werden, wie viel Strom im Kanton selbst produziert wird und aus welchen Quellen. Der Bericht soll letzten Endes als Grundlage für energiepolitische Entscheide und die Planung von Investitionen und Energieinfrastrukturen dienen.
Für den Nidwaldner Regierungsrat ist das Anliegen nachvollziehbar, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung schreibt. In seiner Antwort auf den Vorstoss hält der Regierungsrat jedoch fest, dass solche Daten bereits in ausreichendem Mass auf nationaler Ebene vorhanden seien und auf die Kantone heruntergebrochen werden können. Der geforderte Planungsbericht würde für den Kanton und die Energieversorger einen erheblichen administrativen und personellen Aufwand verursachen. «Der Nutzen wäre jedoch gering, da die wesentlichen Erkenntnisse und die Grundlagen für eine wirksame kantonale Energiepolitik bereits vorliegen», wird Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen zitiert. Daher werde dem Landrat beantragt, die Motion abzulehnen.
Energieleitbild weist den Weg für die Zukunft
Der Regierungsrat hält weiter fest, dass der Kanton mit dem Leitbild Nidwalden 2035 und im Speziellen mit dem Energieleitbild über das notwendige strategische Fundament verfüge. Der Kanton hat sich zum Ziel gesetzt, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu verbessern und sich aktiv für eine sichere, möglichst autarke und bezahlbare Energieversorgung einzusetzen. So sollen bis 2035 mindestens 60 Prozent der in Nidwalden verbrauchten Energie nachhaltig und regional produziert werden. Dazu gehört auch, dass die Stromgewinnung im Winter gesteigert werden soll.
Basis dafür bildet auch das vor zwei Jahren vom Regierungsrat verabschiedete Schutz- und Nutzungskonzept für die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien. In diesem werden Ausbaumöglichkeiten der Produktionskapazität für Wasserkraft, Windkraft und Sonnenenergie detailliert aufgezeigt, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. In einem nächsten Schritt fliessen die Erkenntnisse und Ziele aus dem Konzept in den behördenverbindlichen Richtplan ein. Dieser Prozess sei im Gang. Joe Christen: «Wir sind zuversichtlich, dass die politische Unterstützung dafür vorhanden sein und der Kanton so einen wichtigen Schritt in eine Zukunft mit einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieversorgung machen wird.»


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