Abwasserentsorgung

Neuheim plant Anschluss an die regionale Ara Schönau – und «steht damit noch am Anfang eines mehrjährigen Prozesses»

Der Neuheimer Gemeinderat hat entschieden, die zukünftige Abwasserentsorgung strategisch auf einen Anschluss an die Ara Schönau des Gewässerschutzverbandes der Region Zugersee (GVRZ) auszurichten.
In der Ara Schönau in Cham soll bald auch das Wasser aus der Gemeinde Neuheim gereinigt werden.
Bild: Archiv: Stefan Kaiser

Die Gemeinde Neuheim betreibt mit der Ara Tal heute eine eigene Abwasserreinigungsanlage. In den vergangenen Jahren wurden zwei Varianten vertieft geprüft: der langfristige Weiterbetrieb der Ara Tal sowie ein Anschluss an die regionale Ara Schönau des GVRZ.

Wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt, zeigen die aktuellen Untersuchungen, dass ein Weiterbetrieb der Ara Tal grundsätzlich möglich wäre. Gleichzeitig würden Studien jedoch auf verschiedene technische, betriebliche und gesetzliche Herausforderungen hinweisen. Dazu würden unter anderem die zunehmende Alterung der Anlage und die künftig verschärften Anforderungen im Gewässerschutz gehören.

Erhaltung der Ara Tal würde 2,7 Millionen verschlingen

Der langfristige Werterhalt der Ara Tal würde Investitionen von rund 2,7 Millionen Franken erfordern, wie es weiter heisst. Die Anschlussvariante an den GVRZ weise zwar deutlich höhere Anfangsinvestitionen von rund 9,5 Millionen Franken auf. Die langfristigen Gesamtkosten bis 2050 würden sich laut Gemeinde jedoch in einer vergleichbaren Grössenordnung bewegen.

Gemeindepräsident Daniel Schillig sagt: «Dies ist ein strategischer Grundsatzentscheid mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte. Es geht darum, die Abwasserentsorgung langfristig sicher, gesetzeskonform und wirtschaftlich tragbar aufzustellen.» Weiter hält er fest: «Die heutige Ara Tal leistet weiterhin gute Arbeit. Gleichzeitig zeigen die Studien klar, dass die langfristigen Anforderungen an kleinere Anlagen deutlich steigen werden.»

Noch kein Bauentscheid gefallen

Der Gemeinderat betont in dem Schreiben, dass mit dem Grundsatzentscheid noch kein Bauentscheid verbunden sei. In den kommenden Monaten sollen nun weitere Abklärungen erfolgen – insbesondere zu möglichen Beiträgen von Bund und Kanton, zur Zusammenarbeit mit der Gemeinde Baar sowie zu den konkreten Rahmenbedingungen eines Anschlusses an den GVRZ. Die Bevölkerung werde zu gegebener Zeit umfassend informiert und in die weiteren politischen Entscheide einbezogen.

Gemeinderat Marcel Güttinger ergänzt: «Uns ist wichtig, dass frühzeitig transparent informiert wird. Gleichzeitig stehen wir noch am Anfang eines mehrjährigen Prozesses, in welchem zahlreiche technische, finanzielle und rechtliche Fragen weiter vertieft werden müssen.»

Mit dem Entscheid lege der Gemeinderat die strategische Stossrichtung für die weitere Planung fest. Die nächsten Schritte würden nun vertiefte technische, finanzielle und organisatorische Abklärungen umfassen.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)