Als er bei Maxon anfing, hiess das Unternehmen noch Interelectric. Von der ersten Marslandung 1997 bis zur Entwicklung von Hüft- und Kniegelenken für humanoide Roboter erlebte er alles. Nun überlässt der Patron von Maxon, Karl-Walter Braun (80), die Bühne der nächsten Generation. Per Juni 2026 gibt er das Verwaltungsratspräsidium an seine Tochter Bianca Braun (48) ab, wie der Motorenhersteller aus Sachseln mitteilt.
Der gelernte Elektrofeinmechaniker Braun tritt 1977 in die Firma ein, damals noch Interelectric, und bestreitet dieses Jahr sein 49. Dienstjahr bei Maxon. In zweiter Generation leitete er die Geschicke des Herstellers von Präzisionsmotoren und trieb das Unternehmen international voran. Seit 2014 ist er VRP der Maxon-Gruppe. Zuvor war er Teil der Geschäftsleitung und leitete das weltweite Controlling. «Ein gelungener Generationenwechsel ist keine Selbstverständlichkeit. Ich freue mich sehr, dass Bianca nun nachrückt. Sie hat das nötige Rüstzeug und kennt das Unternehmen seit vielen Jahren», sagt er.

Trotz Abgabe des Präsidentenamtes bleibt Braun als Hauptaktionär der Maxon-Gruppe weiterhin im Verwaltungsrat. Seine Tochter Bianca Braun studierte Technology Management an der Hochschule St. Gallen und ist seit 2007 Mitglied des Verwaltungsrats. Ab 2012 leitete sie die operative Verantwortung als Leiterin Group Audit and Consulting.
«Familiengeführte Firmen sind ein Erfolgsmodell, dafür ist Maxon das beste Beispiel – denn wir denken langfristig. Das war auch die Devise meines Vaters, der das Unternehmen umsichtig entwickelt und gemeinsam mit dem Management zur heutigen Grösse geführt hat. Diesen Kurs will ich weiterverfolgen und gleichzeitig neue Akzente setzen», sagt Bianca Braun.

Maxon trotzt Turbulenzen
Die Betriebswirtschafterin übernimmt die Firma in stabilem Zustand. Nachdem der Motorenhersteller in den vergangenen Jahren Umsatzrückgänge verkünden musste, blieb der Umsatz 2025 mit 595,2 Millionen Franken auf ungefähr demselben Niveau wie im Vorjahr. Das ist erstaunlich, angesichts der internationalen Turbulenzen, die im vergangenen Jahr nicht spurlos an Maxon vorbeigegangen sind.
Besonders stark beeinflusst wurde das Resultat 2025 durch den starken Franken. Die währungsbedingten Umsatzeinbussen lagen im vergangenen Jahr bei über 20 Millionen Franken. Die Aufwertung ist unter anderem Ausdruck der geopolitischen Umstände. Auch diese wirkten sich negativ auf Maxon aus. So bereitete etwa die Verfügbarkeit von seltenen Erden aus China Maxon Sorgen. Da China vorübergehend Exportkontrollen auf Magnete angeordnet hatte, war die Liefersituation sehr unterschiedlich, was zu einer schwankenden Produktionsauslastung führte. Die Situation hat sich mittlerweile beruhigt. Daneben war Maxon zeitweise von den US-Zöllen betroffen.
Eugen Elmiger, CEO der Maxon-Gruppe, zeigte sich mit dem erzielten Resultat zufrieden. «Natürlich würden wir lieber wachsen, aber 2025 war ein herausforderndes Jahr für uns, und darum sind wir glücklich, dass wir den Umsatz halten konnten.» Die US-Zölle und die Lieferschwierigkeiten bei den Magneten hätten den Mitarbeitenden von Maxon einiges abverlangt. «Vom Management bis zur Produktionslinie war Flexibilität gefragt, weil wir immer wieder schnell auf die sich ändernde Situation reagieren mussten», so Elmiger.
Für das laufende Jahr sei man vorsichtig optimistisch. Die Bestellungen haben in allen Bereichen von Maxon seit Anfang Jahr deutlich angezogen.





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