Malereien in Blautönen empfangen die Besucherinnen und Besucher im Vorraum und dann grossformatig im Hauptraum der Galerie Stans. «OT» also «Ohne Titel» nennt sie Max Hari, wie es im Bericht zur Vernissage heisst. Sie entstanden ohne vorgefasstes Bildmotiv, wie der Künstler an der Vernissage erklärte, sondern aus dem Moment heraus, aus einer Intuition, die sich in einem Zustand höchster Konzentration und gleichzeitig grosser Offenheit ergebe. Auch wenn jeder und jede beim Betrachten etwas anderes darin «sieht», werde diese mit Offenheit gepaarte Konzentration deutlich spürbar – diese Bilder ziehen an, lassen den Blick verweilen, ins Bild eintauchen.
Ganz anders ist das grossformatige Bild im angrenzenden dunklen Raum entstanden: «Zwei Köpfe und mehr», heisst es, und aus der Nähe ist die Vielschichtigkeit sichtbar, die in einem langen Prozess des Malens, Veränderns und wieder Übermalens entstanden ist. Aber auch hier wird es dem Betrachter überlassen, die Geschichten dahinter im eigenen Kopf entstehen zu lassen.
Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte
Die Werkgruppen «Hendrickje» und «Milos» zeigen eine weitere Arbeitsweise Max Haris. Erstere bezieht sich auf ein Bild von Rembrandt, letztere auf die Venus von Milo. Mit beiden Werken hat sich der Künstler immer wieder beschäftigt, sie immer wieder neu interpretiert und ist dabei von der figurativen Malerei bis ins Ungegenständliche gelangt – so ergebe sich ein freier Transfer dieser Vorbilder aus der Kunstgeschichte ins Hier und heute.
Kohlezeichnungen der Werkgruppe «Figuren (zu Rodin)» gehen nicht von fertigen Werken des Plastikers Rodin aus, sondern von Fotografien von Entwürfen, die dieser in seinem Atelier gemacht hat. Max Hari sei so fasziniert gewesen von der Ausdruckskraft dieser Bilder, dass sie ihn zu eigenen, neuen Arbeiten motivierten. Mit farbigen Arbeiten mit Ölkreide bereitete Max Hari schliesslich dem deutschen Künstler Max Beckmann eine Hommage.
Der Titel der Ausstellung «Frisch gemalt» kann auf verschiedene Arten verstanden werden. Da ist einerseits die Frische seines malerischen Ausdrucks, wie sie insbesondere in der Serie «OT» zum Ausdruck kommt. Der Titel weist aber auch darauf hin, dass die meisten Bilder neu sind, in den letzten drei Jahren und bis vor Kurzem erst entstanden. Und wenn sich Max Hari auf Werke aus der Kunstgeschichte bezieht, dann hat er diese Bilder auf seine eigene Art «frisch gemalt». (zvg)




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