
Im Kanton Luzern haben die Unterschriftensammlungen für zwei Initiativen begonnen. Beide Volksbegehren stellen das Thema erneuerbares Heizen in den Fokus. Initiantinnen und Initianten sind überparteiliche Klimaschützerinnen und -schützer des Klimainitiativen-Netzwerks Kanton Luzern.
Die eine Initiative schlägt dabei laut Mitteilung vor, dass beim Heizungsersatz nur noch erneuerbare Heizungen installiert werden dürfen. Für Spezialfälle soll es Unterstützung von öffentlicher Seite geben – jedoch keine Ausnahmeregelungen, um nochmals eine Heizung mit fossilen Energieträgern zu installieren.
Die zweite Initiative schlägt vor, dass ab 2037 grundsätzlich überall im Kanton Luzern erneuerbar geheizt werden muss. Ausnahmemöglichkeiten sind darin bis spätestens 2040 vorgesehen. Damit gehen die Klimainitiativen weiter als die Vorschläge des Regierungsrats, die dieser kürzlich in die Vernehmlassung geschickt hat.
Regierungsrat will fossile Heizungen ebenfalls verbannen
Die vom Regierungsrat vorgeschlagenen Anpassungen beim Energiegesetz sehen ebenfalls vor, dass die gesetzlichen Regelungen auf eine fossilfreie Wärmeversorgung ausgerichtet werden. Fossile Heizungen sollen nur noch im Ausnahmefall verbaut und Neubauten grundsätzlich nur noch mit erneuerbaren Heizsystemen ausgestattet werden dürfen. «Spätestens ab 2050 soll die Wärmeerzeugung in allen Gebäuden ohne Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen betrieben werden.»
Somit unterscheiden sich die Vorschläge des Regierungsrats bei den Ausnahmefällen für den Heizungsersatz und beim Jahr, ab dem im Kanton nur noch erneuerbar geheizt werden soll. «Der Vorschlag des Regierungsrats geht viel zu wenig weit. Über die Marschrichtung sind wir uns zwar alle einig, doch für wirkungsvollen Klimaschutz kommt es jetzt auf die Geschwindigkeit an», schreibt Jean Berner im Namen der Initiativkomitees auf Anfrage. Es gehe um die Einhaltung des CO₂-Restbudgets, das zur Erreichung der Klimaziele noch verbleibe, ergänzt Roman Bolliger aus Hochdorf, der seit Dezember 2024 für die Grünen im Kantonsrat ist. «Der Vorschlag des Regierungsrats ist mit seinen Ausnahmen für neue Öl- und Gasheizungen und einem Ausstiegsjahr erst im Jahr 2050 damit nicht kompatibel.»
Die Vernehmlassung zum angepassten Energiegesetz dauert noch bis zum 31. Oktober. Wie es beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement heisst, wird in Luzern aktuell rund die Hälfte der Gebäude mit erneuerbarer Energie beheizt.
Hochdorf als Inspiration für den Kanton
Wie die Initianten weiter schreiben, sind die kommunalen Klimainitiativen aus den Jahren 2022 und 2023 in der Gemeinde Hochdorf sowie deren Gegenvorschläge als Vorläufer der nun lancierten Initiativen zu betrachten. Beide Male wurde der Gegenvorschlag des Gemeinderats angenommen, der jeweils etwas weniger weit ging.
So hatte die Hochdorfer Bevölkerung im November 2023 das Begehren «Hochdorf heizt erneuerbar – ab 2030 erst recht» mit 76 Prozent deutlich bachab geschickt, dem Gegenvorschlag des Gemeinderats jedoch mit 50,7 Prozent knapp zugestimmt. Dieser sieht vor, dass in Hochdorf ab 2040 nur noch erneuerbar geheizt werden darf. Die Initiative hatte dies ursprünglich bereits ab 2030 gefordert.
«Hochdorf kann für den ganzen Kanton eine Inspiration sein. Was Hochdorf kann, kann der Kanton Luzern auch. Und mit gemeinsamen Anstrengungen geht es auf kantonaler Ebene sicher sogar noch etwas besser», heisst es seitens der Initianten hierzu. Diese haben nun ein Jahr Zeit, um die benötigten 4000 Unterschriften zu sammeln.


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