
Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) warnt vor betrügerischen Briefen, die derzeit im Umlauf sind und fälschlicherweise den Eindruck erwecken, von der Bank zu stammen. In dem Schreiben wird laut LUKB häufig Zeitdruck aufgebaut und mit Kontosperrungen oder Einschränkungen gedroht.
Die Briefe enthalten QR-Codes, die auf gefälschte Internetseiten führen. Diese Webseiten seien optisch professionell gestaltet und der offiziellen LUKB-Seite täuschend ähnlich. Ziel der Betrüger ist es gemäss Angaben der Bank, an Login-Daten, Passwörter oder weitere vertrauliche Informationen zu gelangen.
Die Bank wurde am 5. Februar auf die Betrugsmasche aufmerksam. «Bisher ist uns kein erfolgreicher Betrugsfall mit dieser Masche bekannt», sagt LUKB-Mediensprecherin Sibylle Umiker auf Anfrage.
Website gesperrt und Behörden informiert
Umiker vermutet, dass die Briefe wohl nicht gezielt an bestimmte Personen adressiert würden. «Die nicht-personalisierten Briefe sind wohl wahllos in Briefkästen im Raum Luzern geworfen worden», sagt Umiker. Der gemeldete Brief sei am LUKB-Hauptsitz abgegeben worden.
Nach Bekanntwerden habe die Bank rasch reagiert. «Nachdem wir über Kunden Kenntnis von diesen Briefen erhalten hatten, haben wir die dem QR-Code hinterlegte Seite sperren lassen und das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) informiert», sagt Umiker. Zudem seien Kundinnen und Kunden zunächst über die Login-Seite des E-Bankings informiert worden. «Mit Blick über unseren Kundenkreis hinaus haben wir uns entschieden, auch breit über Social Media auf die aktuelle Betrugsmasche hinzuweisen.»
Die LUKB betont, sie fordere ihre Kundinnen und Kunden niemals per Brief, QR-Code, E-Mail oder Telefon auf, Zugangsdaten oder Sicherheitscodes einzugeben. Zudem verwende die Bank keine QR-Codes, die direkt auf Login- oder Verifikationsseiten führen.
Keine Kulanz bei Fahrlässigkeit
Bei allfälligen Schadenfällen kündigt die Bank eine Einzelfallprüfung an. «Die LUKB beurteilt jeden Schadensfall individuell. Dabei stellt sich die Frage nach der Sorgfalt», sagt Umiker. Wer einen QR-Code scanne und ohne Prüfung des Links oder der angezeigten URL E-Banking-Daten oder andere vertrauliche Informationen eingebe, handle fahrlässig. «In solchen Fällen kommt die LUKB nicht für finanzielle Schäden auf und es werden grundsätzlich auch keine Kulanzzahlungen ausgerichtet.»
Die Bank empfiehlt: Betroffene oder Empfänger solcher Schreiben sollen keine QR-Codes aus unerwarteten Briefen scannen, sich nicht unter Druck setzen lassen und keinesfalls persönliche Zugangsdaten auf externen Webseiten eingeben. «QR-Code, Zeitdruck und Sperr-Androhung – das ist Betrug», schreibt die Bank auf ihrer Webseite. Die Bank rät im Verdachtsfall, den Vorgang sofort abzubrechen und sich direkt über die offiziellen Kanäle mit der LUKB in Verbindung zu setzen.
Nicht zum ersten Mal sieht sich die LUKB mit Betrugsversuchen in ihrem Namen konfrontiert. Im Januar warnte sie im Zusammenhang mit Telefonbetrügern vor der Weitergabe von Login-Daten und der Installation von Fernwartungssoftware. Im Oktober letzten Jahres registrierte die Luzerner Polizei rund 40 Meldungen zu Telefonbetrug, bei dem sich Täter unter anderem als Bankangestellte ausgaben. Die Polizei warnte damals eindringlich vor der Weitergabe sensibler Daten.
Die wichtigsten Sicherheitstipps rund ums E-Banking
– Sicherheit im Internet: Halten Sie Ihren Webbrowser aktuell. Schützen Sie Ihre Geräte.
– Sichere Passwörter: Wählen Sie mindestens zwölf Zeichen. Verwenden Sie eine Mischung aus Ziffern, Gross- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen. Wählen Sie kein Wort einer bekannten Sprache, das Passwort sollte keinen Sinn ergeben. Verwenden Sie nicht überall dasselbe Passwort. Schreiben Sie das Passwort nicht auf und speichern Sie es nicht unverschlüsselt. Verwenden Sie einen Satz als Vorlage und bilden Sie daraus ein Passwort. Beispiel: Loïc Meillard gewinnt Gold im Olympia-Slalom 2026 in Bormio, also LMgGiO-S2026iB.
– E-Banking-Benutzung: Öffnen Sie das E-Banking immer über www.lukb.ch im Browserfenster. Achten Sie darauf, dass Sie eine sichere Verbindung («https») verwenden. Bei ungewöhnlichen Fehlermeldungen, brechen Sie ab. Beim Beenden des E-Bankings: Abmelden.
Weitere Sicherheitstipps unter www.lukb.ch






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