notifications
Finanzindustrie

100 Millionen für den Kanton: Luzerner Kantonalbank mit erneutem Rekordgewinn

Der Konzerngewinn der LUKB steigt um 3,1 Prozent. Die Bank verzeichnet eine starke Nachfrage nach Krediten.
Die LUKB-Hauptfiliale in Luzern.
Bild: Thomi Studhalter

Daniel Salzmann spricht vom «Highlight des Jahres 2025». Der CEO der Luzerner Kantonalbank meint damit aber nicht in erster Linie das 175-Jahr-Jubiläum oder den Rekordgewinn, sondern den Ausbau des zinsunabhängigen Geschäfts. Tatsächlich handelt es sich dabei um eines der wichtigsten strategischen Ziele der Bank. Sie will damit die Abhängigkeit vom klassischen Zinsgeschäft reduzieren, das zwar nach wie vor den Löwenanteil der Einnahmen ausmacht, aber wenig berechenbar ist.

Im vergangenen Jahr hat die LUKB die zinsfremden Erträge auf 233 Millionen Franken gesteigert. Das entspricht einem Plus von fast 41 Prozent im Vergleich zu Anfang 2021, als die jetzt abgeschlossene Strategieperiode begann. Den Einwand, dass der Prozentanteil der zinsfremden Erträge am gesamten Geschäftsertrag in den letzten fünf Jahren von 36 Prozent auf 33,7 Prozent gesunken ist, lässt Salzmann nicht gelten. Denn: In der gleichen Zeit habe man die Zinseinnahmen ausserordentlich stark gesteigert. Nicht der Anteil sei relevant, sondern die absolute Zahl. Im laufenden Jahr will die LUKB einen zinsunabhängigen Erfolg von mindestens 240 Millionen Franken erwirtschaften.

Im Kerngeschäft mit den Zinsen konnte die Bank im Branchenvergleich stark zulegen. Trotz Nullzinsumfeld resultierte ein Plus um 3,2 Prozent auf 458,1 Millionen Franken. Finanzchef Marcel Hurschler sagt: «Dieses Wachstum liegt über unseren Erwartungen. Wir konnten mit unserem taktischen Zinsmanagement die Auswirkungen des Nullzinsumfelds erfolgreich dämpfen. Aber im Vergleich mit dem ersten Halbjahr ist der Zinserfolg im zweiten Halbjahr deutlich gesunken.»

Die LUKB geht davon aus, dass das Nullzinsumfeld bis 2027 bleibt. Entsprechend dürften die Zinseinnahmen im laufenden Jahr stagnieren. Daniel Salzmann erklärt, dass das Zinsniveau von null Prozent für Banken im Grunde genommen das schlechtestmögliche Umfeld bedeute. Bei Negativzinsen treffe die Bank jeweils Vereinbarungen mit Grosskunden, um den Geldzufluss zu steuern. Das heisst, es können auch Einnahmen generiert werden. Höhere Zinsen sind für eine Retailbank ohnehin positiv. Aber das Nullzinsumfeld ist eine Art Niemandsland. Darum erwartet die Bank dieses Jahr im Kerngeschäft kaum Wachstum, sollte sich das Niveau nicht ändern.

Bedeutendes Ausleihungswachstum

Einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum im Zinsengeschäft des vergangenen Jahres lieferten die um 6,9 Prozent gestiegenen Kundenausleihungen. Sie betrugen per Ende des letzten Jahres 46,4 Milliarden Franken, wovon 40,9 Milliarden Franken auf Hypotheken entfallen. Dieses starke Kreditwachstum erstaunt, war doch als Ziel für das vergangene Jahr eine Bandbreite von 2 bis 3,75 Prozent vorgesehen. «Im aktuellen Umfeld ist die Nachfrage nach Krediten erwartungsgemäss hoch. Da wir unsere Kapitalbasis vorausschauend und taktisch steuern, können wir die zusätzlichen Ausleihungen gut verkraften», so Finanzchef Marcel Hurschler.

Man habe dank der «soliden Kapitalisierung ausreichend Raum, um der hohen Nachfrage der Wirtschaft nach Krediten nachzukommen», ergänzte CEO Salzmann. Die Bank könne sich im laufenden Jahr ein bedeutendes Ausleihungswachstum von 3,5 Prozent bis 5,5 Prozent «gut leisten».

Hurschler betonte darüber hinaus, dass das starke Kreditwachstum des vergangenen Jahres nicht mit höheren Risiken verbunden sei. So ist bei den Hypotheken die bereits tiefe Durchschnittsbelehnung weiter gesunken. Die Kernkapitalquote (CET1-Quote) lag per Ende 2025 trotz des Ausleihungswachstums bei 14,7 Prozent, was einem Plus um 0,8 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich entspricht. Man strebe auch zukünftig eine CET1-Quote von mindestens 14 Prozent an.

CEO Salzmann gab zu verstehen, dass ein so starkes Kreditwachstum in den nächsten Jahren wohl nicht mehr zu erwarten ist. Der Zielwert für 2030 ist ein Nettowachstum von 2,5 bis 4 Prozent pro Jahr.

Ein Grund für das voraussichtlich schwächere Wachstum bei den Krediten ist die Abschaffung des Eigenmietwerts, welche Hypothekarnehmer dazu verleiten dürfte, ihre Schulden tendenziell abzuzahlen. Auch ist der Effekt der Credit-Suisse-Übernahme durch die UBS mittlerweile abgeschlossen: In den letzten Jahren profitierten die Banken davon, dass verunsicherte Kunden ihre Kreditbeziehungen wechselten.

Über 100 Millionen für den Kanton

Zurück zum Jubiläumsjahr 2025: Wie sich zeigt, war es auch abgesehen vom Jubiläum ein erfolgreiches Jahr für die Bank. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+10,1%) sowie der Handelserfolg (+34,5%) legten im zweistelligen Bereich zu. «Wir krönen das Jubiläumsjahr mit einem Rekordgewinn, an dem unsere Aktionärinnen und Aktionäre und insbesondere der Kanton Luzern partizipieren», so CEO Daniel Salzmann. Der Konzerngewinn wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent auf 295,5 Millionen Franken. Zwar war der Gewinn vor einem Jahr viel stärker gewachsen, doch damals erzielte die Bank ausserordentliche Erträge aus dem Verkauf der Fundamenta-Immobiliensparte. Klammert man diese aus, wuchs der Gewinn heuer sogar noch stärker als vor einem Jahr.

Der Kanton Luzern, der 61,5 Prozent der LUKB-Aktien besitzt, erhält insgesamt 100,8 Millionen Franken und damit 2,8 Millionen mehr als im Vorjahr. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Gewinnausschüttung von 82,3 Millionen Franken (2024: 79,3 Millionen Franken), Kantonssteuern in der Höhe von 7,3 Millionen (2024: 8 Millionen) sowie der Abgeltung der Staatsgarantie von 11,2 Millionen (2024: 10,8 Millionen).

Auch die übrigen Aktionäre sollen profitieren: Der Generalversammlung vom 13. April wird eine um 10 Rappen erhöhte Ausschüttung von 2.70 Franken pro Namensaktie beantragt; je hälftig als Dividende und als steuerfreie Ausschüttung aus Kapitaleinlagen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die LUKB einen Konzerngewinn von mindestens 295 Millionen Franken.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)