Stadt Luzern

Die See-Apotheke am Kapellplatz ist jetzt doppelt so gross

Das Traditionsgeschäft in der Luzerner Altstadt hat das benachbarte Lokal übernommen. Das birgt Chancen und ein Risiko.

Seit 1929, also seit fast 100 Jahren, führt die Familie Schmid die See-Apotheke am Kapellplatz in der Luzerner Altstadt. Nun folgt ein grosser Schritt: Die «SeeApotheke Luzern», so der neue Name, ist doppelt so gross geworden. Sie hat das benachbarte Lokal, in dem sich vorher ein Kleiderladen befand, übernommen, die trennende Wand entfernt und so die Räumlichkeiten verbunden. Inzwischen ist der Umbau grösstenteils abgeschlossen. Am Samstag wird nun die ganze Fläche in Betrieb genommen.

Ein Augenschein zeigt: Der ganze Kundenraum ist erneuert worden. Er ist geräumiger und dank mehr Tageslicht heller. «Durch die verwendeten Naturmaterialien wie Holz und Stein soll sich unsere Kundschaft wohl fühlen», sagt Inhaber Thomas Schmid. Investiert hat die Apotheke auch in einen Medikamentenlagerungsroboter, der Medikamente direkt ins Verkaufsgeschäft liefert. «Dadurch hat das Personal mehr Zeit für die Kundschaft.»

Mehr separate Räume für die Kundschaft

Insgesamt umfasst der Arbeitsbereich neu rund 250 Quadratmeter. Nicht nur für die Kundschaft, auch für das Personal werde es angenehmer. «Es ist viel geräumiger», sagt Schmid. Der neue Pausenraum, die Garderobe und das zusätzliche WC würden vom Personal bereits geschätzt.

Weiter verfügt die Apotheke über einen Stillraum für Kundinnen, zwei separate Beratungsräume sowie zwei diskrete Beratungsnischen im Verkaufsbereich; zuvor gab es für alle Anliegen einen einzigen Beratungs- und Besprechungsraum. «Zusätzlich zum Impfen werden wir vermehrt Dienstleistungen wie Gesundheitsberatungen, medizinische Messungen und Erstabklärungen anbieten.»

Umsatz ist kontinuierlich gewachsen

Der Ausbau verschafft der Apotheke also neue Möglichkeiten. «Wir sind in den letzten 10 bis 15 Jahren kontinuierlich gewachsen, die Räume sind aber stets dieselben geblieben. Dadurch sind wir platzmässig an die Grenzen gestossen», sagt Thomas Schmid. Als sich die Gelegenheit ergab, das Nachbarlokal dazuzumieten, hat er die Chance genutzt. «Sonst wären wir unserer Entwicklung selbst im Weg gestanden.»

Die Vergrösserung birgt auf der anderen Seite ein gewisses Risiko. «Die Betriebskosten steigen natürlich.» Die Apotheke habe auch mehr Personal im Umfang von rund zwei Vollzeitstellen eingestellt. Pro Tag seien neu 12 bis 14 Personen vor Ort, zuvor 10 bis 12. «Geht die Entwicklung mit dem kontinuierlichen Wachstum weiter, sind wir zuversichtlich.» Das könne man jedoch nicht voraussehen. Die Vergrösserung ermögliche es aber auch, noch mehr zusätzliche Kundschaft zu gewinnen.

Während des Umbaus war die Apotheke – mit einer Ausnahme – stets geöffnet. «Das war eine spannende, aber auch strenge Zeit», sagt Thomas Schmid. Im Dezember wurde zunächst das neue Lokal umgebaut. Mitte Juni folgte der Umzug vom alten in den neuen Bereich. Danach wurde das alte Lokal erneuert. «Wir haben das Verkaufslokal an einem Tag gezügelt. Das war der einzige Tag, an dem wir geschlossen hatten – und die strengste Zeit des ganzen Umbaus.»

Kosten von rund 1,5 Millionen Franken

Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Franken. Das sei etwas mehr als erwartet. «Doch insgesamt lief es gut», sagt Thomas Schmid. Es habe zwar die eine oder andere Komplikation gegeben. «Beispielsweise hat die Klimaanlage zunächst nicht funktioniert, was bei der Hitze im Sommer schon anstrengend war.» Sehr froh sei er darüber, dass die Apotheke offen bleiben konnte und kein Provisorium nötig war, was für Architekten und Bauleitung eine grosse Herausforderung war. Schmid selbst war während des Umbaus deutlich weniger im Tagesgeschäft tätig. «Jetzt freue ich mich auf die neue ‹SeeApotheke› und wieder mehr Kontakt mit der Kundschaft zu haben.»

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