
Sicherheit Intervention Prävention (SIP) – so heisst die mobile Einsatztruppe der Stadt Luzern. Die Patrouillen sind jeweils in Zweierteams in der Stadt unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, mögliche Konflikte im öffentlichen Raum frühzeitig zu erkennen und zu deeskalieren. Sie weisen Jugendliche bei Bedarf auf Regeln hin, haben ein Auge auf Drogensüchtige und sind gleichzeitig eine niederschwellige Anlaufstelle für die Bevölkerung.
Die SIP besteht seit über 20 Jahren. Jetzt plant die Stadt eine Personalaufstockung. Mit den zusätzlichen Ressourcen will sie dafür sorgen, dass an warmen Wochenenden eine durchgehende SIP-Präsenz bis morgens um 2 Uhr garantiert ist. Bisher waren die Patrouillen nur sporadisch so spät nachts unterwegs. Dank der zusätzlichen Präsenz soll sich die SIP unter anderem noch stärker auf Jugendliche fokussieren können, die sich im Sommer oft in grosser Zahl bis spät in der Nacht an neuralgischen Orten aufhalten.
Jugendliche schätzen die SIP-Präsenz in der Nacht
Die Stadtluzerner Sozial- und Sicherheitsdirektorin Melanie Setz (SP) sagt: «Unsere Jugend-Analyse hat gezeigt, dass es die Jugendlichen sehr schätzen, nachts Ansprechpersonen bei der SIP zu haben, und dass dies ihnen Sicherheit vermittelt.» Dasselbe gelte auch für Quartieranwohnende, wenn beispielsweise Jugendliche zu viel Lärm verursachen.
Bei der Prioritätensetzung der SIP kommt die Jugendarbeit aber oft zu kurz, wie Melanie Setz sagt: «Die SIP muss immer wieder abwägen: Soll sie sich bei ihren Einsätzen auf Jugendliche, auf Obdachlose oder auf Suchtbetroffene fokussieren?» Gerade Letzteres habe in jüngster Zeit viele Ressourcen gebunden, vor allem wegen zunehmenden Problemen mit der Droge Crack. Melanie Setz sagt: «Die Anmeldezahlen bei der Kontakt- und Anlaufstelle sind zwar stabil. Aber aus der Bevölkerung erhalten wir Rückmeldungen, dass das Crack-Problem zunehme.» Dies könne damit zusammenhängen, dass die Crackkonsumierenden aufgrund von Gruppenbildung oder wegen ihres Verhaltens mehr auffallen.
Auch die Droge Crack sorgt bei der SIP für Mehrarbeit
Die SIP ist ein wichtiger Pfeiler der Crack-Strategie von Stadt und Kanton. Die Strategie basiert auf den Grundsätzen der Schweizer Drogenpolitik und umfasst beispielsweise die Bekämpfung des Handels, die Einrichtung eines Aufenthaltsplatzes oder die strategische Präsenz im öffentlichen Raum. Bei letzterem Punkt spielt die SIP eine tragende Rolle. «Ohne Aufstockung der Ressourcen ist es fraglich, ob die SIP diese Rolle aufrechterhalten kann», warnt Melanie Setz.
Sie beantragt beim Parlament daher bereits fürs Budget 2027 einen Nachtragskredit von knapp 290'000 Franken. Für die weiteren Jahre werden 460'000 Franken pro Jahr beantragt. Die SIP soll damit um 3,2 Vollzeitstellen aufgestockt werden.
Aufstockung trotz Sparauftrag aus dem Parlament?
Nun ist es allerdings so, dass das Stadtparlament bei seiner letzten Sitzung Mitte Oktober das Budget 2027 zurückgewiesen hat mit dem Auftrag, 5 Millionen Franken einzusparen. Melanie Setz ist sich bewusst, dass der Ausbau der SIP diesem Sparauftrag widerspricht. Sie verweist aber auch darauf, dass das Parlament Anfang 2026 einen Ausbau der SIP explizit gefordert hat. Mit dem Stellenausbau sollen zudem auch die internen Strukturen gestärkt werden. So will man bei der Organisation stärker auf Fachverantwortliche setzen, die für einen bestimmten Bereich zuständig sind. Die Teams, die in der Stadt unterwegs sind, sollen aber weiterhin Allrounder sein.



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