Im vergangenen Hitzesommer zog es die Leute scharenweise ins Wasser. In Luzern gibt es mehrere entsprechende Möglichkeiten: die kostenpflichtigen Freibäder Tribschen, Lido, Zimmeregg oder die gratis zugängliche Ufschötti. Daneben werden «inoffizielle» Badestellen immer beliebter: etwa die Tribschenhornwiese, der Nordpol/Reusszopf, die Lidowiese oder der Carl-Spitteler-Quai.
Letzterer soll nun für Badegäste aufgewertet werden, fordert die SP mittels Postulat. Derzeit sei der Seeeinstieg zu schmal und rutschig. Konkret schlägt die SP vor: Verbreiterung der Treppe zum See und Ergänzung mit einem Handlauf, Schaffung eines vom Schiffs- und Bootsverkehr abgegrenzten Badebereichs, Installation von Duschen, Sitz- und Liegeflächen und einer WC-Anlage, wie es gemäss WC-Masterplan der Stadt von 2022 vorgesehen ist. Derzeit gibt es in den Sommermonaten eine mobile Toilette.
Tribschenhornwiese bleibt «inoffizieller» Badeplatz
Es ist nicht der erste Anlauf für die Aufwertung einer «inoffiziellen» Badestelle. 2020 lehnte der Grosse Stadtrat ein SP-Postulat für die Überprüfung der Infrastruktur mehrerer Badestellen ab. Ebenso erging es 2024 einem Mitte-Postulat, das vorschlug, die Tribschenhornwiese in einen öffentlichen Badeplatz umzuwandeln. Auch der Stadtrat war dagegen und begründete dies unter anderem mit Sicherheitsrisiken wegen der nahe gelegenen Schiffsanlegestelle oder Bedenken wegen des Gewässer-, Natur- und Landschaftsschutzes. Vollends ignoriert die Stadt die Bedürfnisse der Badenden aber nicht: Über die Sommermonate wird seit einigen Jahren bei der Tribschenhornwiese ein mobiles WC aufgestellt.
Ob einige der erwähnten Hindernisse auch beim Carl-Spitteler-Quai zum Problem werden könnten, wird sich zeigen. Wie die SP selbst im Postulat erwähnt, gibt es in der Nähe Schiffs- und Bootsverkehr. Es soll denn auch «keine Badeanstalt und kein Ort für sportliches oder längeres Schwimmen entstehen». In die Planungen einbeziehen müsste man wohl weiter, dass der Carl-Spitteler-Quai im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (Isos) erfasst ist und damit für Bauprojekte zusätzliche Abklärungen nötig sind.
Am Nordpol kann nun geduscht werden
Angenommen wurde 2024 hingegen ein Postulat der Grünen für die Installation einer Dusche am Nordpol. Der Vorstoss ist inzwischen umgesetzt. Auch hier beantragte der Stadtrat eine Ablehnung. Der Ort soll für Reussschwimmende nicht attraktiver gestaltet werden, weil er als Ausstiegsstelle nicht geeignet sei, schrieb er damals in der Postulatsantwort. Dies wegen der Strömung und der Verletzungsgefahr durch Steine am Ufer. Das Parlament konnte der Stadtrat damit nicht überzeugen. Die Stadt empfiehlt aber weiterhin, die Reuss vor dem Nordpol zu verlassen.
Auf der Lidowiese wiederum ist gemäss Stadtraumstrategie mittel- bis langfristig ein «Wasserelement» vorgesehen. Die dortige Bucht sei ökologisch wertvoll und darum «nicht als intensiv genutzter Badeort vorgesehen», heisst es im Strategiebericht von 2025. Mit dem Wasserelement auf der Wiese will die Stadt «dem zunehmenden Nutzungsdruck auf die Naturschutzzone» entgegenwirken.



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.