30'000 verfolgten das finale Monstercorso
Das garstige Wetter wirkte sich wie erwartet auf die Besucherzahlen der Lozärner Fasnacht aus: Über 280'000 waren es insgesamt in der Stadt Luzern, wie die Luzerner Polizei am Mittwoch mitteilt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 70'000 mehr. Mit 45'000 hatten am meisten Leute den Wey-Umzug verfolgt. Das Monstercorso am Güdisdienstagabend wurde von geschätzten 30’000 Menschen besucht – 22'000 feierten noch bis in die frühen Morgenstunden des Aschermittwochs in der Luzerner Altstadt.

(Luzern, 16. 2. 2026)
Böllerwerfer hatte 1,72 Promille Alkohol intus
Die Fasnacht in der Stadt Luzern verlief mehrheitlich friedlich. Dennoch war die Polizei gefordert – intensiver als auch schon.
So wurde am Güdismontag um zirka 22.10 Uhr ein 23-jähriger Schweizer festgenommen, weil er auf dem Mühlenplatz zwei Böller in die Menschenmenge geworfen hatte. Anwesende Personen konnten ihn bis zum Eintreffen der Polizei zurückhalten. Eine Fasnächtlerin wurde durch die Feuerwerkskörper verletzt. Eine Atemalkoholprobe beim Beschuldigten ergab einen Wert von 1,72 Promille. Zudem trug er weitere Böller auf sich. Die Luzerner Polizei sucht Zeugen oder Personen, welche durch die Böller verletzt wurden. Geschädigte sowie Personen, welche allenfalls Aufnahmen des Vorfalls haben, werden gebeten, sich via Telefon unter der Nummer 041 248 81 17 zu melden.
Ansonsten konnte die Polizei «erfreulicherweise keine nennenswerten Vorfälle mit Feuerwerkskörpern an der Fasnacht feststellen». Sie hatte im Vorfeld mit Videos auf die Gefahr hingewiesen.
Doppelt so viele Einsätze wegen zu viel Alkohol
Allein im Fasnachtsperimeter der Stadt Luzern führte die Polizei während der Fasnachtstage über 200 Personenkontrollen durch. Zahlreiche Streitigkeiten konnten laut Mitteilung geschlichtet werden, «bevor sie eskalierten». Über alle Fasnachtstage hinweg mussten zudem 21 Personen vorübergehend fest- oder in Gewahrsam genommen werden.
Ein grosser Anteil davon steht in Zusammenhang mit Trunkenheit (höchster Alkoholwert 3,68 Promille), aber auch Hinderungen einer Amtshandlung oder Drohungen führten zu Festnahmen. «Wir haben an dieser Fasnacht mehr stark alkoholisierte Personen festgestellt als in den vergangenen Jahren – wobei man über die Gründe dafür nur spekulieren kann», sagt Yanik Probst, Sprecher der Luzerner Polizei.
Auch die Stadt Luzern erwähnt in der Mitteilung zu ihrer Fasnachtsbilanz vom Mittwoch: «Auffallend war, dass es im Vergleich zu den letzten Jahren zu deutlich mehr Sanitätsdiensteinsätzen aufgrund von übermässigem Alkoholkonsum kam.» Wie Sicherheitsmanager Christian Wandeler auf Nachfrage ergänzt, waren es insgesamt 36 Einsätze – also fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Noch sei offen, was der übermässige Alkoholkonsum für die Behörden bedeute. Braucht es im Vorfeld mehr Prävention und mehr Ressourcen für den Sanitätsdienst? Wandeler sagt: «Das werden wir anschauen müssen – es ist insofern bemerkenswert, weil in den vergangenen Jahren der Alkoholkonsum tendenziell rückläufig war.»
Zumindest für den Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals verlief die Fasnacht ruhig. «Es gab keine speziellen Vorkommnisse. Aus medizinischer Sicht war es eine vergleichsweise entspannte Fasnacht», wird Micha Dambach, Chefarzt des Rettungsdienstes, in einer Mitteilung zitiert.
Angepasste Sicherheitskonzepte bewähren sich
Die Polizei erwähnt in ihrer Mitteilung die zahlreichen positiven Rückmeldungen und schreibt: «Die stark sichtbare Präsenz im und um das Fasnachtstreiben wurde sehr geschätzt und gab den Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern ein hohes Sicherheitsgefühl.»
Bewährt haben sich zudem die teils angepassten Sicherheitskonzepte in der Stadt Luzern. Dort waren Personenlenkungen insbesondere zu Spitzenzeiten wie beispielsweise während der Tagwache am Schmudo oder am Samstagabend nötig. Dabei wurde wiederholt das Einbahnsystem beim Rathaussteg aktiviert. «Dank der verwendeten Kameras war der Überblick auf die Plätze zu jeder Zeit sichergestellt. Kritische Situationen konnten damit schnell erkannt werden», schreibt die Stadt. Mit dem WhatsApp-Kanal zur Sicherheit an der Fasnacht Luzern konnten in diesem Jahr fast 3000 Abonnenten erreicht werden. Im Nachgang werden die Sicherheitsmassnahmen zusammen mit den beteiligten Partnerorganisationen analysiert und gegebenenfalls weiter optimiert.
Brandschutz: Rund 90 Lokale und Stände kontrolliert
Ein besonderer Fokus lag auf dem Brandschutz und den Brandschutzkontrollen von Fasnachtslokalitäten. Die Feuerpolizei war vor und während der Fasnacht mit mehreren Patrouillen unterwegs. Es wurden rund 90 Lokale und diverse Verpflegungsstände kontrolliert. Dabei kam es zu Optimierungen. «Die Vorschriften zur Personenbelegung wurden mehrheitlich eingehalten», schreibt die Stadt. «Vereinzelt mussten Betriebe zur Einhaltung der Personenbelegung ermahnt werden.»
Nasses Wetter erschwert Reinigung
Das nasse Wetter hat die Reinigungsarbeiten im Fasnachtsperimeter erschwert. Dennoch konnten laut Stadt die Strassen nach den Umzügen jeweils zeitgerecht wieder freigegeben werden. Die Abfallsperren auf dem Rathaussteg sowie entlang der Reuss haben sich erneut bewährt. Die aufgestellten Big Bags für den Abfall seien rege genutzt worden. Zahlen und Informationen zu den Abfallmengen würden zeitnah erhoben.
Hochdorf: Kutscherin musste ins Spital
Zu einem Zwischenfall kam es am Nachmittag des Güdisdienstags in Hochdorf. Bei der Besammlung zum Umzug scheuten die Pferde der Zunftkutsche. Eine Kutscherin wurde in der Folge von der Kutsche erfasst und verletzt. Durch den Rettungsdienst 144 wurde sie ins Spital gebracht. Die Pferde konnten gemäss Polizei vor Ort wieder beruhigt und anschliessend abtransportiert werden. Ansonsten verlief der Umzug vor geschätzten 18'000 Zuschauern ohne Zwischenfälle.
Insgesamt zogen unzählige Fasnachtsumzüge und -events im ganzen Kanton mehrere hunderttausend Fasnächtlerinnen und Fasnächtler an. Alle Veranstaltungen verliefen laut Polizei «sehr friedlich». Für die Vielzahl der Fasnachtsanlässe standen nebst der Polizei diverse lokale Feuerwehren und teilweise private Organisationen für Verkehrsdienste, Sperrungen und die Sicherheit generell im Einsatz.
Positives Fazit aller Beteiligten
Die Verantwortlichen zeigen sich insgesamt zufrieden. So hält die Stadt Luzern fest: «Die Fasnacht 2026 hat einmal mehr bewiesen, dass ein stimmungsvolles Fest und ein hohes Sicherheitsniveau erfolgreich miteinander vereinbar sind.» Man werde die gewonnenen Erkenntnisse nun auswerten und unter Einbezug der Fasnachtsorganisationen in die Planung der Fasnacht 2027 einfliessen lassen.


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