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Bildung

Kleinere Klassen? Dafür fehlt in Kriens der Schulraum, sagt der Stadtrat

Mittels Volksmotion fordern Krienser Bürgerinnen und Bürger eine Senkung der Klassengrössen auf den kantonalen Durchschnitt. Das sei nicht umsetzbar, entgegnet der Stadtrat.
In Krienser Schulen gibt es mehr Kinder pro Klasse als im kantonalen Schnitt.
Bild: Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Die Schulklassen in Kriens sind grösser als im kantonalen Durchschnitt. Das sorgt für Kritik. So haben sich Bürgerinnen und Bürger zu einem Komitee zusammengeschlossen und eine Volksmotion eingereicht. Diese fordert, dass die Klassengrössen in den nächsten zehn Jahren nicht über dem kantonalen Schnitt liegen dürfen. Der Stadtrat lehnt dies ab, wie er in der nun vorliegenden Vorstossantwort festhält.

Das Komitee argumentiert, dass die Zahl der «Kinder mit besonderen Bedürfnissen» und mit Verhaltensauffälligkeiten in den Regelklassen jedes Jahr zunehme. «Mit den heutigen Klassengrössen können Lehrpersonen diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden.» Dies führe zu einer grösseren Belastung für die Lehrkräfte und viele Kinder könnten «nicht rechtzeitig aufgefangen werden» und ihr Potenzial nicht entfalten.

Zwei Kinder mehr pro Kindergartenklasse

«Diese Anliegen sind grundsätzlich nachvollziehbar», schreibt der Stadtrat in der Vorstossantwort. «Es ist unbestritten, dass Klassengrössen einen Einfluss auf Unterrichtsqualität und Arbeitsbelastung haben können.» Allerdings sei es kurz- und mittelfristig nicht möglich, die Forderungen umzusetzen, weil der dafür nötige Schulraum fehle. Es müssten drei neue Klassen im Kindergarten, acht an der Primarschule und eine an der Sek geschaffen werden.

Der Stadtrat zeigt auch auf, wie gross die Klassen im Vergleich zum kantonalen Schnitt sind: Im Kindergarten (Stand März 2026) zählt eine durchschnittliche Krienser Klasse 2,1 Kinder mehr, in der Primar 1,6 und in der Sek 0,7 Kinder mehr als im kantonalen Schnitt. Eine Rolle spielten dabei auch Zuzüge während des Schuljahres.

Es braucht Unterstützung für Lehrpersonen

Die Qualität des Unterrichts und die Belastung der Lehrpersonen hingen aber nicht nur von der Klassengrösse ab, schreibt der Stadtrat. Auch die Unterrichtsorganisation oder die Verfügbarkeit von Unterstützungsangeboten spielten eine Rolle. Letztere baue die Schule aus. Als Beispiele nennt der Stadtrat den «Ankerplatz», an dem «besonders anspruchsvolle Situationen bearbeitet werden können», oder den Aufbau eines umfassenden Mentoratsangebots, um Lehrpersonen «gezielt zu unterstützen».

Als weitere Möglichkeit führt der Stadtrat an, grosse Klassen durch zwei ausgebildete Fachpersonen betreuen zu lassen. Dieses Modell müsste konzeptionell allerdings noch entwickelt werden. Insbesondere wäre zu klären, nach welchen Kriterien (etwa Klassengrösse und/oder Klassenzusammensetzung) dieses Modell angewandt werden könnte. (std)

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