Kriens

Nach Handschellen-Einsatz: Journalistenverband kündigt Anzeige gegen Luzerner Polizei an

Nach dem Polizeieinsatz bei einer Klimaaktion in Kriens kündigt der Journalistenverband Impressum rechtliche Schritte gegen die Luzerner Polizei an.
Anlässlich der Demonstration kontrollierte die Polizei acht Personen und wies sie weg.
Bild: Symbolbild: Boris Bürgisser

Der Journalistenverband Impressum reagiert auf den umstrittenen Polizeieinsatz bei einer Klimaaktion in Kriens mit rechtlichen Schritten. Wie Co-Geschäftsleiter Michael Burkard auf Linkedin schreibt, wird im Namen eines betroffenen Fotojournalisten eine Anzeige gegen die Luzerner Polizei eingeleitet. Impressum wirft der Polizei vor, die Pressefreiheit verletzt und die fotografische Dokumentation des Einsatzes verhindert zu haben. Eine Anzeige ist bis am Montagmorgen jedoch noch nicht eingegangen, wie es bei der Polizei auf Anfrage hiess.

Burkard kritisiert, der Vorfall habe sich nur wenige Monate nach einer gemeinsamen Erklärung zwischen Polizei und Medienschaffenden zum gegenseitigen Umgang ereignet. Er schreibt auf Linkedin: «Ich hoffe natürlich, dass dies an der noch mangelhaften Implementierung der ‹Gemeinsamen Erklärung› in der Aus- und Weiterbildung des Korps liegt und nicht am fehlenden Umsetzungswillen des Kaders.»

Acht Aktivistinnen und Aktivisten der Klimagruppe «Act Now» hatten am vergangenen Donnerstag bei einer Tankstelle in Kriens demonstriert. Die Luzerner Polizei erklärte damals, mehrere Personen hätten Kundinnen und Kunden behindert und Anweisungen der Einsatzkräfte missachtet. Zwei Personen seien deshalb vorübergehend in Handschellen gelegt worden. Zwei Personen, ein 54-jähriger Deutscher und ein 22-jähriger Italiener, werden wegen Hinderung einer Amtshandlung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Die Aktivisten betonten, der Betrieb der Tangstelle sei nicht behindert worden, es sei ein friedliches Sit-in gewesen. (rem/mme)

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)