Das Kirchmattgebäude in Erstfeld befindet sich in einem baulich stark sanierungsbedürftigen Zustand. Das sind Erkenntnisse einer vertieften baulichen Analyse, die die Römisch-Katholische Kirche Erstfeld in Auftrag gab. Der bestehende Riegelbau könne grundsätzlich weiter genutzt werden, erfordere jedoch umfangreiche statische Verstärkungsmassnahmen, um seine Tragfähigkeit langfristig sicherzustellen. Zudem weise das Gebäude eine erhebliche Schadstoffbelastung auf. Es muss an die heutigen energetischen Anforderungen angepasst werden. Die Umsetzung zeitgemässer Dämmstandards stellt bei einem denkmalgeschützten Bauwerk jedoch eine besondere Herausforderung dar und erfordert innovative sowie kostenintensive Lösungen, heisst es in einer Mitteilung.
Die bauliche Untersuchung steht im Kontext eines Planungskredites, der im Mai 2025 von den Stimmberechtigten gutgeheissen wurde. An der damaligen Kirchgemeindeversammlung wurde über das Siegerprojekt «Batsching» des Architekturbüros Sigrist Schweizer Architekten informiert sowie über den entsprechenden Planungskredit abgestimmt. In der Zwischenzeit wurde das Projekt konzeptionell weiter verfeinert, die Benutzerbedürfnisse detailliert eruiert und – wie erwähnt – der bauliche Zustand des Kirchmattgebäudes umfassend analysiert. An der Informationsveranstaltung vom 14. April 2026 wurde der aktuelle Projektstand präsentiert.
Kirchgemeindeversammlung muss entscheiden
Der Kirchenrat möchte die anstehende Erneuerung für eine umfassende Gesamtsanierung nutzen. Dafür werden Kosten von insgesamt 7,52 Millionen Franken veranschlagt. Nach Ansicht des Kirchenrats entsteht damit praktisch ein neues Kirchmattgebäude, das den aktuellen technischen und gesetzlichen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig sollen die Betriebs- und Unterhaltskosten langfristig gesenkt werden.
Die Kostenschätzung basiert auf der Vorplanung sowie den bisherigen Sondierungen und weist eine Genauigkeit von plus/minus zehn Prozent auf. Der bereits bewilligte Planungskredit von 486'000 Franken ist darin enthalten. An der Kirchgemeindeversammlung vom 24. Juni 2026 beantragt der Kirchenrat deshalb einen Baukredit von 6,8 Millionen Franken.
Steuererhöhung aufs kommende Jahr
Die hohen Investitionen werden die Finanzen der Kirchgemeinde in den kommenden Jahren stark belasten. Um langfristig ein ausgeglichenes Ergebnis zu sichern, schlägt der Kirchenrat eine Erhöhung der Kirchgemeindesteuern um fünf Prozent per 1. Januar 2027 vor. Bei einem steuerbaren Einkommen von 80'000 Franken würde dies einer Mehrbelastung von rund 40 Franken pro Jahr entsprechen.
Neben der baulichen Erneuerung sieht das Projekt auch neue Nutzungsmöglichkeiten vor. So soll ein Mehrzweckraum entstehen, der sich sowohl für kleinere gesellschaftliche Anlässe als auch für Schulungen und Sitzungen eignet.
Der Kirchenrat bezeichnet das Projekt als zukunftsorientierte Lösung, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kirchgemeinde vereine. Mit der Sanierung werde nicht nur die langfristige Nutzung des Gebäudes gesichert, sondern auch ein Beitrag zu einem attraktiven Ortsbild geleistet. Dabei sollen sowohl ökologische als auch denkmalpflegerische Anliegen berücksichtigt werden. (inf)



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