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Schüür Luzern

Femmemeuf gewinnt den Kick Ass Award 2025

Die Luzerner Indie-Rockband Femmemeuf nimmt den diesjährigen Kick Ass Award mit nach Hause. An der Preisverleihung von Radio 3fach erhält derweil ein altbekannter Schmähpreis einen neuen Namen.
Femmemeuf performten ihren Siegersong «Wet Tongues» nach ihrem Sieg.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 4. 2. 2026)

Im Konzerthaus Schüür hat Radio 3fach am Mittwochabend auch dieses Jahr wieder den Kick Ass Award verliehen. Den Preis für den besten Luzerner Song des Jahres holte die Luzerner Indie-Rockband Femmemeuf. Die ehemalige Sprungfeder-Gewinnerinnenband setzte sich mit ihrem Song «Wet Tongues» gegen 15 weitere nominierte Acts durch und nimmt den Eisbär-Wanderpokal «Knut» sowie 3’333 Franken mit nach Hause. Entschieden wurde zur Hälfte durch Stimmen der anderen Nominierten, und zur Hälfte durch ein Online-Voting.

Femmemeuf zeichnen sich durch einen rohen Sound und gesellschaftskritische, feministische, aber durchaus humorvolle Texte aus: «I got a tongue in my mouth and I don't know what to do with it», heisst es im Siegersong. «Wenn man das nicht nachfühlen kann, dann darf man sich freuen!», so Femmemeuf bei der Preisübergabe.

Auf Platz zwei landete die Luzerner Band Strukturstruktur mit «angles morts» – der Track erzeugt mit gezielten Wiederholungen von Gitarrenriffs und polyrhythmischen Patterns eine besonders einlullende Wirkung. Gesang und Text gibt es keinen. Passend dazu liess Gitarrist Vincent Rigling bei der Preisübergabe lieber die Musik für sich sprechen: «Wir sagen besser nichts.» Platz drei ging an die Punkband Suicide Catdoors für den fetzigen hochdeutschen Song «Katz und Maus». Sie widmeten die Auszeichnung den anderen nominierten Songs und Alben: «Es sind alles ‹Masterpieces›!»

Auch das beste Schweizer Album 2025 ist gekürt: Batbait gewannen diese Auszeichnung mit ihrem Werk «Working In The Garden» und erhielten dafür 2'333 Franken. Der Award «Playlist Hero» wurde vom Publikum in der Schüür vergeben; es konnte per Wahlzettel abstimmen. Gewonnen hat dabei der Song «Helvetia» von Capslock Superstar und ENL. Die Belohnung: 1000 Franken und ein Konzert in Luzern.

Für die Moderation verantwortlich war dieses Jahr das Duo Lovis Bernegger und Luna Vock aus dem 3fach-Redaktionsteam. Das Motto lautete «Verjüngungsinitiative: z’alt für Politik – das crazy». Luzern habe sich ja schliesslich gegen eine verjüngte Politik entschieden, und das wolle man nun berichtigen. Entsprechend wurde mit so viel Jugendwortschatz moderiert, dass die meisten Ü30-Anwesenden im Saal wohl öfter die Stirn gerunzelt haben dürften. Und während des gesamten Abends konnte das Publikum in einem auf die Leinwand projizierten Live-Chat seinen Senf dazugeben. So wie das bei einem Livestream üblich ist, also – mehr Gen Z beziehungsweise Gen Alpha geht kaum.

Im Rahmen des Verjüngungsmottos wurde auch der jährlich vergebene Schmähpreis neu getauft – schliesslich habe das aktuelle 3fach-Team gar nicht mehr gewusst, woher der ehemalige Name «Toro Embolado» kam. Der Negativpreis heisst also neu «Ick Ass Award». Ein «Ick» (englisch für «Igitt») beschreibt das Gefühl, das man bei Dingen oder Verhaltensweisen, die einem abstossend erscheinen, kriegt. Oder in den Worten der Moderierenden: «Welcher Move war besonders ‹off›?» Die zweifelhafte Ehre, überreicht von Regierungsrätin Ylfete Fanaj, ging an Radio Bern Rabe. Der Radiosender hatte den hauseigenen Cypher absagen müssen, weil das neue Radiostudio noch nicht fertig gebaut ist. «‹L›-Planung», fand das Moderationsduo – die Übersetzung überlasse ich hier den Lesenden.

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