Der Chlitalweg, vor gut hundert Jahren nach dem Bau des Fahrsträsschens aufgegeben, konnte 2023 dank der Unterstützung von Freiwilligen, der SAB, Berghilfe und ZSO Hardwald wieder instand gestellt werden. Die «Alpgass» führt oberhalb des asphaltierten Autosträsschens durchs Kleintal. Dafür erhielt Isenthal am Schweizer Wandergipfel in Saanen-Gstaad den Prix Rando Sonderpreis 2026, verbunden mit 7500 Franken Preisgeld, wie der Verein Tourismus Isenthal in einem Bericht schreibt.
Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Verband Schweizer Wanderwege gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) vergeben. Prämiert werden Projekte, die Qualität, Sicherheit und Attraktivität des Wanderwegnetzes verbessern. Der Hauptpreis ging an Sumvitg, die Sonderpreise an Isenthal und Willisau.
Für Tourismus Isenthal ist die Auszeichnung eine besondere Genugtuung. «Das Wandern auf der Asphaltstrasse war bei viel Verkehr oft ein Sicherheitsrisiko», wird Josef Schuler, Präsident von Tourismus Isenthal, zitiert. Bis 1920 war die Alpgass die einzige Verbindung durchs Kleintal. Nach dem Bau der Fahrstrasse verlor der Fussweg seine Funktion und geriet in Vergessenheit. Nach der Asphaltierung mussten Wandernde auf Hartbelag laufen.
Historischer Weg neu entdeckt
Hundert Jahre später wurde der Weg zwischen Lauwital und Schwäntlen auf 900 Metern wiederhergestellt und in die Bären- und Sagenroute integriert. Der Weg erhielt naturnahe Oberflächen, über das Schwäntlen-Tobel führt eine neue Brücke. «Idee und Umsetzung oblagen Andi Arnold und Thomas Walker», so Schuler. «Das Gesamtprojekt hat uns gefordert, auch finanziell», sagt Schuler. Umso grösser sei der Dank an die öffentlichen und privaten Unterstützer. Besonders eindrücklich sei der Transport der Tobelbrücke mit dem Puma-Helikopter gewesen.
Die Fachjury überzeugte vor allem die Verbindung von historischer Wegsubstanz, naturnaher Gestaltung und abwechslungsreicher Wegführung. «Der Ersatz des Hartbelags mit natürlichem Untergrund bedeutet eine deutliche Qualitätssteigerung für Wandernde», begründet Damian Tomaschett, Vorstandsmitglied der Schweizer Wanderwege, die Auszeichnung in der Mitteilung.
Anerkennung für viele Helfende
Isenthal verfügt über rund 120 Kilometer Wanderwege. «Wir sind nicht auf Rosen gebettet, dafür aber aktiv», wird Gemeinderat Sepp Stadler zitiert. Die Gemeinde setzt seit Jahrzehnten auf Natur- und Wandertourismus. Zahlreiche Wege, Picknick- und Aussichtsplätze wurden aufgewertet. Zehn Kulturthemenwege lassen sich mit sieben Kleinseilbahnen verbinden. Einheimische, Bergversetzer und Zivilschutz leisteten allein 2025 mehr als 1800 Arbeitsstunden. «Das wäre eigentlich eine Vollanstellung», sagt Stadler schmunzelnd. «Der Prix Rando ist deshalb auch eine Anerkennung für alle Helfenden im Hintergrund.»
Das Preisgeld soll direkt in die Wanderweginfrastruktur fliessen. Der Prix Rando sei kein Schlusspunkt, sondern Ansporn: Am Samstag, 19. September, findet ein Wanderweg-Arbeitstag statt, im Oktober folgt mit Birchmeier AG eine Arbeitswoche. «Wir gehen den bisherigen erfolgreichen Weg weiter», sagt Stadler. (zvg)







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