
Ein Teppich in verschiedenen Blau- und Grüntönen erinnert im Hotelgang an Wasser. Wer ins Zimmer tritt – oder in der Badewanne sitzt –, erblickt den Pilatus und den Vierwaldstättersee. An der Wand und in der Einrichtung wiederholen sich die grünen Töne, die die Welt draussen vor dem Fenster hat. Das zeigt sich bei einem Besuch des Luzerner Hotels Hermitage, das 18 Zimmer im Nebengebäude renoviert hat. In mehreren Etappen hatte das Hotel bereits zuvor 50 Zimmer neu gestaltet.

Komplett saniert worden ist die neue «Wellbeing Panorama Suite» mit bodentiefen Fenstern, Dampfbad und einer «Skin Touch» Badewanne. Diese soll das Wasser ohne Badezusätze mit Millionen mikrofeiner Luftbläschen anreichern und für eine weichere und glattere Haut sorgen. Gestaltet hat die Suite der Zürcher Innenarchitekt Andrin Schweizer. «Der Boden erinnert an die Planken eines Bootes, für das Yachtfeeling», sagt Patrick Döös von der Eigentümerfamilie und Verwaltungsrat der Hermitage Lake Lucerne AG. Die 70 Quadratmeter grosse Suite für zwei Personen in der obersten Etage mit Seesicht ist ab sofort buchbar – ab 1800 Franken pro Nacht.

«Wir richten uns mit der Beherbergung an ein internationales Publikum, mit dem kulinarischen Konzept auch an die lokale Bevölkerung», sagt Döös weiter. So stehen nebst dem Restaurant und der Bar im Sommer auch der Beach Club direkt am See allen Besucherinnen und Besuchern offen. In Letzterem gibt es nebst Getränken auch Snacks aus dem Food-Truck. Der Eintritt in den Beach Club ist kostenlos. Vor Ort lassen sich Daybeds sowie Wassersportgeräte wie SUP-Boards, ein Kajak oder ein Wasser-E-Bike – ein Pedalo mit Elektroantrieb – sowie ein kleines Motorboot, das ohne Bootsführerprüfung gefahren werden darf, mieten. Auch den angrenzenden Padel-Platz können alle Interessierten buchen.
Spa-Ausbau und Generationenwechsel stehen an
Ab November steht der rund fünfmonatige Ausbau des Spa-Bereichs des 4-Sterne-Superior-Hauses an. Geplant sind unter anderem ein beheizter Infinity-Aussenpool mit Sprudelliegen und Longevity-Angebote wie etwa Infrarot- und Sauerstoffbehandlungen. Im Innenbereich wird das Spa rund 450 Quadratmeter umfassen. «Damit hoffen wir, die Auslastung in der Wintersaison zu steigern», sagt der stellvertretende General Manager David Füger. Man wolle zudem mehr Gäste aus dem DACH-Raum, also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, ansprechen. Der Spa-Bereich soll bereits zu Ostern 2027 eröffnet werden und zunächst ausschliesslich den Hotelgästen zur Verfügung stehen.
Frischen Wind bringt nicht nur das Spa. Ab August übernimmt David Füger als General Manager das Ruder von Ute Dirks, die das Hotel in den letzten vier Jahren geleitet hat. Und vor Kurzem wurde Leander Döös, der Sohn von Patrick Döös, in den Verwaltungsrat der Hermitage Lake Lucerne AG gewählt. Neuer Head of Culinary wird der in Kriens aufgewachsene Spitzenkoch Mario Garcia, der unter anderem als Coach der Schweizer Kochnationalmannschaft tätig ist. Er hat das kulinarische Konzept überarbeitet – inklusive Angebote für den Beach Club, saisonale Karten und Events wie die Tavolata.

Das Hotel wolle zugleich ein Ort für Rückzug, Regeneration und Erlebnisse sein, erklärt Döös. «Die jüngere Generation definiert Luxus heute anders als früher. Es geht nicht um Prunk und Pomp, sondern eher um Achtsamkeit, Erholung und einen bewussten Lebensstil.»
Sechs Einsprachen gegen Projekt von Herzog & de Meuron
Damit sind die Erneuerungspläne der Eigentümerfamilie noch nicht abgeschlossen. Vorgesehen sind zwei Wohnhäuser mit rund 24 Wohnungen anstelle des heutigen Hotels Bellevue auf der hangseitigen Strassenseite. Und anstelle der heutigen Scheune sind drei von Satteldächern gedeckte Ersatzneubauten geplant; für Wirtschaftsräume und Wohnungen.
Die beiden bestehenden Hermitage-Hotelflügel sollen aufgestockt und erweitert werden, damit dereinst total 100 Hotelzimmer angeboten werden können. Ein Bogen über der Lobby wird die beiden Flügel verbinden. Der Entwurf stammt vom renommierten Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron, der überarbeitete Gestaltungsplan lag im Frühling öffentlich auf. Dazu sind sechs Einsprachen eingegangen, wie die Stadt Luzern auf Anfrage mitteilt.


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