notifications
Fischen im «fremden» Teich?

Horwer Pflegezentrum Kirchfeld macht Werbung im «Kriens Info»

Das Horwer Pflegezentrum versucht, Krienser Fachkräfte für sich zu gewinnen. Wie reagiert man bei den Krienser Heimen?
Blick auf das Pflegeheim Kirchfeld oberhalb des Horwer Zentrums.
Bild: Pius Amrein (22. 11. 2020)

Die Februar-Ausgabe des städtischen Mitteilungsblatts «Kriens Info» steht im Zeichen des Lebens im Alter: Vorne gibt es einen grossen Artikel über das Krienser Altersleitbild. Wer ein paar Seiten weiterblättert, findet eine Broschüre der Kirchfeld AG, mit der die Horwer Pflegeinstitution um Personal wirbt. Krienser Fachkräfte sollen also in Horw arbeiten gehen.

Die Werbebroschüre der Horwer Kirchfeld AG im Kriens Info.
Bild: std

Eine kleine Provokation? «Nein», sagt Kirchfeld-Geschäftsleiter Marco Müller. Die Broschüre sei Teil einer umfassenderen Werbeaktion, die man Anfang Jahr auf diversen Kanälen lanciert habe – etwa in sozialen Medien und auch im Horwer Gemeindeblatt «Blickpunkt». Weiter habe man Flyer in Horw und Kriens verteilt. «Kriens ist sehr nahe bei uns gelegen», sagt Müller. «Ich sehe das offen. Wir haben bereits Personen aus Kriens, die bei uns arbeiten. Und es gibt Leute aus Horw, die in Kriens arbeiten.»

Heime Kriens kontern mit Standortvorteil

In Kriens ist die Werbung durchaus aufgefallen, sagt Peter Arnold, Verwaltungsratspräsident der Heime Kriens AG. Er sieht es sportlich: «Die Heime Kriens haben den Vorteil des Standortes mitten in der Stadt und sind gut erreichbar mit dem ÖV. Da hat es das Kirchfeld schon etwas schwieriger.» Letzteres liegt oberhalb des Zentrums auf dem Kirchfeldhügel. Grundsätzlich müssten Pflegezentren «aus einem beschränkten Arbeitsmarkt viele Mitarbeiter rekrutieren», so Arnold. «Wir bewegen uns zurzeit alle als Mitkonkurrenten in einem arbeitnehmerfreundlichen Umfeld.» Er sei sich nicht sicher, ob die Werbung in Kriens dem Kirchfeld etwas bringt. «Aber einen Versuch ist es sicher wert.»

Unabhängig von der aktuellen Werbeaktion habe sich das Problem des Personalmangels zuletzt etwas entschärft, sagt Kirchfeld-Geschäftsleiter Müller. «Bei uns sind so gut wie alle Stellen besetzt.» Von Pflegefachpersonen erhalte man mehrere Bewerbungen pro Stelle; das sei in den letzten Jahren nicht so gewesen. Nach wie vor schwierig sei es, Fachpersonen Gesundheit (FaGe) zu finden.

Um möglichst viele potenzielle Fachkräfte anzusprechen, wirbt die Kirchfeld AG mit einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, flexiblen Pensen und der Möglichkeit, zwischen planbaren und spontanen Einsätzen zu wählen. Es sind Bestrebungen, wie sie in vielen Heimen laufen. Und sie tragen offenbar auch erste Früchte. Es handle sich dabei einerseits um eine Reaktion auf den Fachkräftemangel, sagt Müller. Andererseits habe man sich schon vor vier Jahren in der Personalstrategie das Ziel gesetzt, für das Personal die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)