Vierwaldstättersee

Rollstuhlrampe, neue WC-Anlage, ökologische Aufwertung: Horw will Seerosenplätzli umgestalten

Mehr Komfort für Badegäste, mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen: Im Zuge der Sanierung der maroden Ufermauer will die Gemeinde Horw das Seerosenplätzli umfassend erneuern.
Das Seerosenplätzli in Horw soll aufgewertet werden.
Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 9. 7. 2026)

Der Name klingt idyllisch, der Ort ist es aktuell nicht: Das Ennethorwer Seerosenplätzli liegt neben Geleisen der Zentralbahn und dem dort entlang führenden Betonweg am Vierwaldstättersee. Wer in den See gelangen will, muss über die Steine im Abschnitt mit dem Uferblocksatz klettern.

Dies soll sich ändern. Im Zuge der Instandstellung der Ufermauer plant die Gemeinde Horw, «den Seezugang sowie die gesamte Liegewiese und den Fussweg bis zum Bahngleis» umzugestalten und aufzuwerten, wie einem Baugesuch zu entnehmen ist. Der Projektperimeter erstreckt sich über rund 70 Meter entlang des Seeufers.

Der Projektperimeter zur Aufwertung des Seerosenplätzli in Ennethorw
Bild: Abbildung: Technischer Bericht Bau- und Auflageprojekt (Auszug Geoportal.lu.ch, Februar 2023)

Neue WC-Anlage und rollstuhltaugliche Rampe

Unter anderem sind eine neue öffentliche und hindernisfreie WC-Anlage und südlich des Schwesterbergbaches, eine rollstuhltaugliche Rampe zum See sowie eine Plattform geplant. Von der Plattform aus sollen sowohl eine Treppe mit Handlauf als auch eine weitere Rampe ins Wasser führen.

Die heutige Uferverbauung aus Beton und Natursteinen sei «teilweise in einem sehr schlechten bis alarmierenden Zustand», heisst es im technischen Bericht. Die Betonmauer wird daher abgebrochen und durch Natursteine im Blocksatz ersetzt. So könne auch die Liegewiese erhalten bleiben.

Menschen, Tiere und Pflanzen sollen profitieren

Der Fussweg und die Grünfläche zwischen den privaten Liegenschaften und dem Bahngleis der Zentralbahn sollen «sowohl gestalterisch als auch ökologisch aufgewertet» werden. Das Projekt umfasst rund 1200 Quadratmeter Fläche im Abschnitt vom Seerosenplätzli bis zum Bahnübergang. Neben dem Seezugang soll auch der neu geführte Fussweg barrierefrei werden. Und vor dem Bahnübergang wird ein IV-Parkplatz erstellt. Zudem ist ein Veloparkplatz mit Abstellbügeln für zirka 40 Velos vorgesehen.

Fauna und Flora sollen ebenfalls von den Massnahmen profitieren. Die Vernetzung des Seeufers mit dem Umland wird insbesondere für Amphibien verbessert, unter anderem durch die Abflachung des Ufers und Ausstiegsmöglichkeiten für Kleintiere. Durch den konzentrierten Seezugang soll zudem der Schilfbestand geschützt werden.

Die heutigen Wiesenflächen sollen durch Ruderal- und Magerrasenansaaten aufgewertet werden. Die bestehenden Bäume sollen so weit wie möglich erhalten werden. Die Bäume entlang der Ufermauer müssen aufgrund des Abbruchs jedoch weichen, sollen aber ersetzt werden. «Standorttypische, einheimische» Bäume und Sträucher sollen die Biodiversität fördern und Schatten spenden. Kleinstrukturen wie beispielsweise Totholzhaufen, Sandlinsen und Findlinge bilden Lebensraum für Tiere.

So sieht das Seerosenplätzli in Horw dieser Tage aus. Es soll umgestaltet werden.
Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 9. 7. 2026)

Kosten belaufen sich auf mehr als eine Million Franken

Die Baukosten liegen bei rund 670'000 Franken, für die WC-Anlage rechnet die Gemeinde mit zusätzlichen 250'000 Franken. Hinzu kommen Honorare von rund 180'000 Franken, zudem sieht die Gemeinde einen Puffer für Unvorhergesehenes und Nebenkosten von 85'000 Franken vor. Insgesamt belaufen sich die Kosten damit auf rund 1,2 Millionen Franken. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich fünf Monate. Den Anstoss für die Umgestaltung hat ein Postulat aus dem Einwohnerrat gegeben. Das Baugesuch liegt noch bis am 25. Juli auf.

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