Die aktuelle Hitzewelle lockt viele Menschen an den Vierwaldstättersee, so auch zur Badestelle an der Rüteliwiese in Horw. Doch auf einem Teil der Fläche ist derzeit Baumaterial deponiert, weil auf der Seestrasse Sanierungs- und Leitungsarbeiten ausgeführt werden. Dies sorgte offenbar für Ärger und veranlasste L20-Einwohnerrat Philipp Peter dazu, ein dringliches Postulat einzureichen. Der Horwer Einwohnerrat debattierte am Donnerstag darüber.
Die besagte Fläche solle «möglichst rasch wieder vollständig für Badegäste und Erholungssuchende verfügbar» gemacht werden, forderten Peter und die Mitunterzeichnenden. Weiter sollen die Veloparkplätze und Zugänge nutzbar bleiben sowie «bereits entstandene Schäden an Liegewiesen und Grünflächen möglichst rasch behoben» oder reduziert werden.
Unverständnis in der Bevölkerung
Peter erklärte, Horw habe die längste Seeanstosslinie am Vierwaldstättersee, aber prozentual den kleinsten Anteil an öffentlich zugänglichem Seeufer. «Dass dieses nicht vollumfänglich der Bevölkerung zur Verfügung gestellt wird, stösst auf Unverständnis.»
Der Gemeinderat schlug vor, das Postulat teilweise zu überweisen und direkt abzuschreiben. «Niemand bestreitet, dass die aktuelle Situation alles andere als glücklich ist», sagte Bauvorsteher Thomas Zemp (Mitte). Man werde die Arbeiten so schnell wie möglich beenden. Vorgesehen war der Abschluss bis Mai, es gab eine Verzögerung. Die Gemeinde sei bestrebt, nur «minimal» öffentliche Flächen zu nutzen und die Installationsplätze zu optimieren. Die Rüteliwiese erstrecke sich gesamthaft über rund 1800 Quadratmeter, wovon zirka 100 Quadratmeter für die Bauinstallation verwendet würden.
«Ihr seht nur die Probleme»
Einen emotionaleren Ton schlug Zemp an, als er sich extra erhob, um für die Mitarbeitenden des Bauamts einzustehen. Seiner Meinung nach griffen weitere Punkte des Postulats diese direkt an. So etwa die Forderung nach «internen Planungsgrundsätzen» für «besonders stark genutzte öffentliche Erholungsflächen» und einer «saisonalen Priorisierung der öffentlichen Freizeitnutzung». Seine Mitarbeitenden hätten die Bauarbeiten stets sauber geplant, betonte Zemp, und führte weitere Projekte an, «aber ihr seht nur die Probleme».
Die Bürgerlichen stützten das Anliegen der L20 nicht. Die Baustellenplanung dürfe nicht der Freizeitgestaltung unterliegen, sagte etwa Ramon Bisang (FDP). Und er fragte, ob die Gemeinde bei «schlechtem Wetter die Baustelle auf-, bei Sonne wieder ab- und bei einem erneuten Wechsel wieder aufbauen» solle. Dies sei nun «reine Polemik», entgegnete Peter. Doch auch die SVP befand, ein «Postulat zu überweisen, um es gleich wieder abzuschreiben», bringe nichts. Das Parlament stimmte schliesslich mit 17 zu zehn Stimmen gegen die Überweisung.
Postulat für «familienfreundlicheres» Seebad Horw
Der Gemeinderat solle prüfen, ob das Seebad Horw bereits in den kommenden Jahren «gezielt aufgewertet» werden könnte, insbesondere für Familien und Kinder, beispielsweise durch einen Splashpark – wie es ihn etwa im Parkbad Kleinfeld in Kriens gibt – oder vergleichbare Wasserspielangebote. Dies fordert ein Postulat von FDP-Einwohnerrätin Carla Hool und Mitunterzeichnenden. Allfällige Investitionen sollten so erfolgen, dass sie der «langfristigen Planung für das neue Seebad Rechnung tragen», heisst es weiter.
Denn angedacht ist für das Seebad Horw eine Umgestaltung im Rahmen des Seefeld-Projekts, unter anderem mit neuen Garderoben und einem neuen Restaurant. Die Umsetzung der Badipläne ist allerdings erst ab der zweiten Etappe vorgesehen. Es sei davon auszugehen, dass «bis zur tatsächlichen Realisierung des neuen Seebads noch viele Jahre vergehen werden», heisst es im Vorstoss. Dies, weil «gegen Teilprojekte weiterhin Beschwerden hängig» seien und «Flächen, die künftig für das Seebad vorgesehen sind, derzeit noch anderweitig genutzt» würden. Das Postulat wurde im Einwohnerrat noch nicht behandelt. (spe)




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