Im Horwer Seefeld will der Gemeinderat das bestehende Sport- und Erholungsgebiet im grossen Stil ausbauen und aufwerten. Vor zweieinhalb Jahren präsentierte er das Siegerprojekt eines Studienauftrags – und erntete viel Kritik von verschiedenen Seiten . Er wolle zu viel auf zu wenig Fläche, so der Grundtenor. Zwar laufen die Diskussionen noch, zumal es auch um allfällige Enteignungen geht. Trotzdem geht's nun voran.
Zumindest für die eigenen Grundstücke hat die Gemeinde ein Vorprojekt erarbeiten lassen, wie sie in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Es entspricht grundsätzlich noch immer dem Studienauftrag. So will der Gemeinderat daran festhalten, dass einer der Fussballplätze künftig im Sommer zum Seebad zählt und quasi als Allmend genutzt werden kann. Erste Anpassungen gegenüber dem Studienauftrag gibt es aber. So bleibt etwa der Pavillon des FC vorerst bestehen. Neu ist vor allem die Umsetzung des Vorhabens in sechs Etappen. Wobei die ersten drei Etappen ausschliesslich die gemeindeeigenen Parzellen betreffen und wie folgt aussehen könnten:
Die 1. Etappe (Kostenpunkt geschätzte 7,1 Millionen Franken) umfasst den Rückbau des Campingplatzes und den Bau des neuen Seeuferweg ausserhalb des Naturschutzgebiets (anstelle des heutigen Wegs durchs Ried) plus einen Steg mit Aussichtsplattform. Weiter geplant ist ein neuer Weiher. Zudem soll das Naturrasen-Spielfeld um 90 Grad gedreht und zusammen mit einer beidseitig nutzbaren Tribüne neu erstellt werden.
Zu den Etappen 2 (geschätzte 8,5 Millionen Franken) und 3 (zirka 8 Millionen Franken) gehört die Umgestaltung des Seebads mit neuen Gebäuden für das Restaurant und für die Garderoben. Neu erstellt und ausgerichtet werden sollen die Beachvolleyballfelder, die Pétanque-Anlage und das als Allmend gestaltete Naturrasenfeld 3. Weiter wird das FC-Garderobengebäude verlängert und attraktiviert.
Vision rechnet mit Einbezug benachbarter Grundstücke
«Mit diesem Planungsbericht schaffen wir die von allen Beteiligten geforderte Transparenz», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (Mitte). Er hebt insbesondere die Etappierung hervor, die einer Logik folge. So können gewisse Entscheide wie beispielsweise die Frage nach dem Standort des neuen Kunstrasenfeldes erst später gefällt und mit der beabsichtigten Perimetererweiterung auf das benachbarte Areal der Sand + Kies AG abgestimmt werden.
Denn die langfristige Vision des Seefelds ist umfassender: So soll etwa das Seebad westseitig vergrössert werden und ganzjährig geöffnet sein – im Sommer als Badeanlage, den Rest des Jahres als Parkanlage. Weiter soll der Seeuferweg dereinst durchgehend über das ganze Gebiet hinwegführen. Zudem sind ein vierter Fussballplatz und weitere Grünanlagen, etwa mit einem Street-Workout-Park, geplant.
Diese und weitere Schritte würden in mindestens drei weiteren Etappen umgesetzt. Nötig ist dafür aber der Einbezug der privaten Areale der Sand + Kies AG und der Tschümperlin AG. Zwar läuft im Rahmen der Teilrevision der Ortsplanung diesbezüglich eine Umzonung und irgendwann werden die Grundstücke der Gemeinde gehören – sei es durch Abtausch, Kauf oder auf dem Enteignungsweg. Die Frage ist allerdings wann, denn die Betroffenen haben teils andere Pläne mit ihren Grundstücken. Deshalb ist laut Zemp die Etappierung so wichtig. So könne man mit der Umsetzung schon bald beginnen, unabhängig von den beiden privaten Arealen.
So geht es weiter:
Zuerst wird sich Ende März nun der Einwohnerrat mit dem Planungsbericht «Vision Seefeld» befassen. Das Parlament soll dann den Auftrag für einen kommunalen Richtplan Seefeld erteilen. Für dessen Erstellung beantragt der Gemeinderat einen Nachtragskredit von 100’000 Franken, denn im laufenden Jahr stehen der Gemeinde keine Gelder fürs Seefeld-Projekt zur Verfügung. Diese hatte der Einwohnerrat im vergangenen November aus dem Budget gestrichen. Im besten Fall wird der Richtplan 2024 durch den Regierungsrat genehmigt, danach könnte die Gemeinde das Baugesuch für die erste Etappe vorbereiten.

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